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SAGITTARIUS - Songs From The Ivory Tower

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Artist SAGITTARIUS
Title Songs From The Ivory Tower
Homepage SAGITTARIUS
Label COLD SPRING RECORDS
Leserbewertung
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7.8/10 (26 Bewertungen)

Ganze fünf Jahre sind verstrichen, seitdem der Paderborner Cornelius Waldner nach zwei vorangehenden Demos SAGITTARIUS mit seiner Debüt-LP „Die große Marina“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Zwischenzeitlich war nur noch eine Beteiligung am Sampler „Salon Décadence“ sowie die „Fragmente II“ CD-R in einer Kleinstauflage zu verzeichnen, doch nun ist ein würdiger Nachfolger fertiggestellt worden, der mit 15 Stücken dann auch ein mehr als ordentliches Quantum Musik aufweist und zudem über das neue Label Cold Spring Records leichter als die bisherigen Veröffentlichungen zugänglich sein sollte.

Auf „Songs from the Ivory Tower“ ist Cornelius Waldner erneut in ein neoklassisches Gewand geschlüpft und zeichnet dabei sowohl für Klavier und Flöte als auch für Teile des Gesangs verantwortlich. Der ruhige und zeitweise schwermütige Grundtenor der Lieder wird überwiegend vom Klavierspiel getragen, bei dem zumeist ein bestimmtes Thema dominiert, welches dann über die Dauer der einzelnen Titel ausgebreitet wird. Zugleich ist das Klangspektrum aber auch erweitert worden und es kommen häufiger Cello und Akustikgitarre als weitere Begleitinstrumente zum Einsatz. Die größte Weiterentwicklung ist allerdings darin zu sehen, dass zwei Drittel aller Stücke nun nicht mehr bloß instrumental verbleiben, sondern mit Vocals versehen worden sind. Dieser Unterschied zeigt sich schon bei dem – ebenso wie das H.E.R.R. gewidmete „Menuet von Johann Krieger“ bereits von „Salon Décadence“ bekannten – Opener „Nihil arisen“.

Danach folgen zunächst vier Kollaborationen zwischen Waldners Klängen und Texten des Schriftstellers und Lyrikers Timo Kölling, über dessen Renovatio Verlag die Vorgänger LP seinerzeit noch erschienen ist. Trotz aller immer wieder aufrankenden Spekulationen zur politischen Ausrichtung des Projekts ist insoweit festzustellen, dass die im Beiheft komplett abgedruckten Texte diesen jedenfalls keine neue Nahrung geben werden. Auch im Übrigen wollen wir uns hier allein darauf beschränken, was das vorliegende Produkt hergibt und uns nicht an Mutmaßungen beteiligen, die – wie auf einschlägigen Internetauftritten zuweilen anzutreffen – ihre einzige Grundlage in zusammengeschusterten und halbgaren Verknüpfungen zu anderen Personen, Bands oder bestimmten Konzertkonstellationen haben.

Denn andere auf „Songs…“ verwendete Texte entstammen etwa der Feder von Gottfried Benn, Stefan George oder Ludwig Uhland, dessen hier zum Einsatz kommendes Gedicht „Der gute Kamerad“ bereits 1825 von dem deutschen Komponisten Friedrich Silcher vertont worden ist und das hierzulande auch heute noch Bestandteil von militärischen Trauerfeiern ist. Eingesungen wurde diese eher traditionell ausgerichtete Nummer von niemand geringerem als Troy Southgate (H.E.R.R./ SEELENLICHT). Dieser ist Teil einer recht illustren Gästeschar auf dem Album, als da insbesondere noch wären Herr Twiggs (KAMMER SIEBEN) mit einigen Gesangsbeiträgen, Damiano Mercuri (ROSE ROVINE E AMANTI) an der Gitarre oder Marcel P. (VON THRONSTAHL) an Cello, Bass und Mikro. Ungeachtet dieser großen Seilschaft bestehen die Lieder aber mit einem harmonischen Arrangement und gelungenen Performances.

Musikalisch sticht neben dem guten Kameraden außerdem das Cover von FORTHCOMING FIREs „Europa Calling“ heraus. Intoniert von Damiano Mercuri ist hier ein bemerkenswertes Neofolk-Stück mit Ähnlichkeiten zu dessen Stammband entstanden. Um dieses herum sorgen zum Ende des Albums hin dann auch noch drei etwas längere, verhältnismäßig introvertierte Klavier-Kompositionen für einen distinguierten Ausklang dieser insgesamt interessanten künstlerischen Darbietung.

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