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SAGITTARIUS - The Kingdom Come

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SAGITTARIUS
Title The Kingdom Come
Homepage SAGITTARIUS
Label COLD SPRING RECORDS
Leserbewertung
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6.5/10 (40 Bewertungen)

Angekündigt als Abschluss einer konzeptionell miteinander verbundenen Trilogie erscheint „The Kingdom Come“ nun als der seit langem angekündigte Nachfolger zu „Songs From The Ivory Tower” und vollendet einen sogar neun Jahre umspannenden Liederzyklus, der mit „Die große Marina“ schon seinerzeit klangvoll begann. In den letzten vier Jahren haben SAGITTARIUS hierfür ganze 18 Kompositionen auf den Weg gebracht, mit denen sich Cornelius Waldner und seine Mitstreiter musikalisch abermals gereift präsentieren.

Wiederum verleihen vorrangig Klavier & Sopranblockflöte der dargebotenen Neoklassik ein ganz spezielles Gepräge. Um die nötige Ausgewogenheit zu erhalten, wurde der Klangteppich etwa noch durch Cello, Bass oder Gitarre ergänzt. Hierfür sorgen neben Marcel P. und Herrn Twiggs (ehemals KAMMER SIEBEN), die inzwischen zu den festen Bandmitgliedern zählen, zudem zahlreiche Gäste, die denen des letzten Albums in keiner Weise nachstehen. Zu nennen sind hier zuvörderst sowohl sG, seines Zeichens Frontmann bei SECRETS OF THE MOON, mit Gitarrenbeiträgen bzw. einem eingebrachten Instrumentalstück, als auch die männlichen Gastvokalisten Dev (WHILE ANGELS WATCH) sowie der allseits bekannte Josef Maria Klumb, dessen Partizipation uns im leider viel zu kurzen, aber dennoch wunderbaren „Valse Brilliante“ einen der besonderen Aha-Momente auf „The Kingdom Come“ beschert. Auch die übrigen Songs entfalten durchaus einnehmende Qualitäten, finden ihren Kulminationspunkt dann jedoch gegen Ende mit der Vertonung des Nachkriegs-Gedichtes „An Die Deutschen“ vom jüdischen NS-Emigranten Karl Wolfskehl, deren Umsetzung entgegen den zuvor gelegentlich eher kurzen Abhandlungen mit knapp 11 Minuten epische Ausmaße einnimmt.

Überhaupt wird lyrisch sehr stark auf reflektierende Literatur zurückgegriffen. Erneut kommt dabei vor allem Waldners Faible für den deutschen Intellektuellen Stefan George (zu dessen Weggefährten auch Wolfskehl gehörte) zum Ausdruck, dessen Werk hier mehrfach gehuldigt wird und nach dessen Buch „Das neue Reich“ das vorliegende Opus zudem (in der gebräuchlichen Übersetzung) benannt wurde. Daneben haben aber auch Texte von Charles Baudelaire, Johann Wolfgang Goethe oder Hermann Hesse Verwendung gefunden; sämtliche Poeten wurden überdies im Booklet gemeinsam mit ihren Gedichten ansprechend abgebildet. Das äußere Erscheinungsbild unterstreicht also das ruhige, aber stimmungsvolle Hörvergnügen nur noch, welches schließlich in „Conclusion“ mit der Spieluhrmelodie von Brahms „Wiegenlied“ einen friedlichen Ausklang findet.

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