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SAINT SAVIOUR - In The Seams

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Artist SAINT SAVIOUR
Title In The Seams
Homepage SAINT SAVIOUR
Label INDIGO
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Auf ihrem zweiten Studioalbum „In The Seams“ präsentiert sich die aus Stockton-on-Tees/England stammende SAINT SAVIOUR, mit bürgelichem Namen bekannt als Becky Jones, als überaus vielseitige Künstlerin, die ein verdammt großes Spektrum abbildet. Als da wären die mystischen Texte, die kaum mehr als ihre hypnotische Stimme und sanfte Singer-Songwriter-Klänge benötigen, um die schönsten Bilder zu entwerfen. Hinten raus wird „In The Seams“ sogar noch ein wenig anspruchsvoller und gibt sich zum Glück nicht mit allzu leichten Antworten auf die Frage, wohin SAINT SAVIOUR in Zukunft gehen könnte, zufrieden. „St Malo“ ist ein schweres, ausladendes melancholisches Rotwein-Stück, das die Platte doch noch ins Dunkelblaue zieht.

Und „James“ ist das experimentelle Highlight des Albums, basierend auf Streichern, leichter Electronica und Percussion. Der Sound, der „In The Seams“ bestimmt, steht und fällt freilich mit Beckys Stimme, die sich behutsam um die Musik legt, sie umgarnt und so geradezu glasiert. Mal über Spielereien und Experimente, mal zu schlichten akustischen Arrangements singt sie von einer ständigen Suche: räumlich, zeitlich, von den wichtigsten Lebensfragen und von Liebe sowieso. Ganz gelingt der Spagat zwischen experimentellen Tracks und ihrer zerbrechlichen Singer-Songwriter-Seite leider nicht. Ein fesselnder Spannungsbogen mag sich nicht so recht aufbauen, dafür wirkt die Zusammenstellung etwas zu beliebig. Eine großartige Songwriterin steckt in ihr aber ohne Frage nach wie vor.

„In The Seams“ ist ein unentschlossenes Album. Es hängt mit einem Bein in der Vergangenheit und präsentiert wunderbare Songs im vertrauten Gewand und versucht auf der anderen Seite den Sprung in ein neues Terrain, wobei hier jedoch nahezu alle Songs durch eine gewisse Beliebigkeit auffallen. Dennoch zeichnet sich „In The Seams“ größtenteils durch großartiges Songwriting aus und beweist auch eine gute Portion Mut. Vor allem liefert das Album die Gewissheit, dass SAINT SAVIOUR künstlerisch immer noch auf der Suche ist und es daher spannend bleibt. Am Ende bleibt ein heterogenes Gesangbuch voller lebensbejahender Natur-Oden und mystischer Beschwörungsformeln. Und das stimmt schon mal sehr hoffnungsfroh auf die nächsten Werke der Dame aus Stockton-on-Tees.

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