Band Filter

SALTATIO MORTIS - Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom & Stecker

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SALTATIO MORTIS
Title Zirkus Zeitgeist – Ohne Strom & Stecker
Homepage SALTATIO MORTIS
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (2 Bewertungen)

Dass eine Mittelalter-Rockkapelle mal den Stecker zieht und auf Strom verzichtet, ist ja eigentlich eine logische Sache. So dachten wohl auch SALTATIO MORTIS, die ihr im August erschienenes Von-Null-auf-Eins-Album „Zirkus Zeitgeist“ jetzt mit akustischen Instrumenten zum Besten geben.

Damit kehren die süddeutschen Folk-Rocker sozusagen auch zu ihren Anfängen zurück, als sie noch an Straßenecken und auf Bretterbühnen gespielt haben – ganz ohne Rock-Sounds und Verstärker. Im Sommer hatte der Achter bereits ein lautes „Willkommen in der Weihnachtszeit“ ausgerufen. Denn schließlich sollte es beim Veröffentlichungstermin 14.08.2015 ja auch nicht mehr lange dauern, bis Spekulatius, Dominostein und Glühwein in den Supermärkten Einzug halten würden. Jetzt steht tatsächlich der erste Advent vor der Tür und so langsam machen auch X-Mas-Songs Sinn. Deshalb wartet der unplugged-Silberling auch mit einer Bonus-CD auf, die auf den Namen „Fest der Liebe“ hört und sieben Weihnachtslieder im weiteren Sinne enthält. Bei dieser Gelegenheit dürfen auch die Gitarren wieder unter Strom gesetzt werden, weshalb sich das bereits erwähnte „Willkommen in der Weihnachtszeit“ auch gleich zweimal in der Limited Deluxe Edition wiederfindet. Man beachte auch die genaue Wortwahl beim nachfolgenden „Morgen, Kinder, wird’s nichts geben“ – gewohnt sozialkritisch und krachend setzen sich SALTATIO MORTIS damit auseinander, dass leider nicht alle Kinder mit einem reichen Geschenkesegen rechnen können. Aber auch die Blockflöten dürfen unterm Christbaum „Alle Jahre wieder“  natürlich nicht fehlen. Zumindest so lange, bis Alea der Bescheidene und seine Mannen das rockige Sagen übernehmen und dem alljährlichen vorweihnachtlichen Konsumterror den musikalischen Kampf ansagen. „Als die Waffen schwiegen“ erinnert an den Moment im Ersten Weltkrieg, als in den Schützengräben der von der Befehlsebene nicht autorisierte Weihnachtsfrieden geschlossen wurde und über die Feiertage die Kriegshandlungen ruhten. Auch das bereits akustisch vorgetragene „Maria“ findet sich hier ebenso wie „Gaudete“ abermals in der Urfassung. Nicht zu vergessen die schrammelige SALTATIO-MORTIS-Version von „Last Christmas“. Nix schmachtende Besinnlichkeit á la WHAM! – hier gibt’s noch mal richtig was auf die Mütze.

In diesem Sinne: Frohes Fest! Weihnachten steht mit SALTATIO MORTIS ganz im Zeichen von Dudelsack, E-Gitarre und bissigen Texten. Auf dem akustischen „Zirkus Zeitgeist“ geht es ja auch schon bedächtig genug zu. Mein Highlight ist hier im Übrigen wieder „Nachts weinen die Soldaten“, wobei ich nicht sagen könnte, ob ich den Song mit oder ohne Stecker eindringlicher finde.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

SALTATIO MORTIS - Weitere Rezensionen

Mehr zu SALTATIO MORTIS