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SAM - Brainwasher

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Artist SAM
Title Brainwasher
Homepage SAM
Label PRONOIZE
Leserbewertung
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6.9/10 (11 Bewertungen)

Wie schnell doch 2 Jahre vergehen, und unser „nicht mehr ganz“ Newcomer bringt schon sein zweites Album heraus. Das Debüt war „damals“ eine gute Bereicherung für den Markt, zwar war die Stilrichtung durch das Label sozusagen vorgegeben, aber im Ganzen war der Industrial Sound doch recht variabel. Nun will das Projekt mit „Brainwasher“ seine Daseinsberechtigung untermauern, was mich persönlich als Liebhaber des Vorgängers aufhorchen ließ.

Eine „Gehirnwäsche“ ist diese Art von Musik nicht, außer man versucht, jemanden mit stupiden Beats zu foltern, es bleibt bei einem Tanz-Album mit jeder Menge Bums und treibendem Bass. Im Gegensatz zu früher sind die neuen Tracks aber einfacher gestrickt, die Verzerrung wurde zurückgeschraubt und alltagstauglicher gemacht, die Songs binden sich perfekt in jeden Diskoabend ein und bringen das benötigte Tempo mit, was sich wie ein roter Faden durch das Album zieht, einzige Ausnahme ist „Interoception“ mit einem beatlosen Aufbau eines Noise-Stückes. Der Rest gibt wenig Hoffnung, die beiden Jungs haben ihre eigenständigen Merkmale ein wenig fallen lassen und sich mehr dem Weg des einfachen Technos verschrieben, mit einer Mischung aus Rave und Hardcore glaubt man anscheinend, den simplen Weg zum Hörer zu finden, es ist regelrecht erschreckend, wie technolastig man geworden ist. Ab und zu haut man den einen oder anderen zerrigen Klang rein, aber im Endeffekt ist es eindeutig, man zeigt sein wahres Gesicht, und die vereinzelten Ähnlichkeiten zu COMBICHRIST oder NOISUF-X sind auch logisch, wobei dieser Autonomieverlust insgesamt kein guten Bild hinterlässt. Die immer gleichen Drums und altbackenen Party-Samples gehen einem richtig schnell auf den Keks, bei „Murder inc.“ bietet sich die erste künstlerische Verschnaufpause, die nicht nach Schema F klingt und eine gute Portion Druck macht (und mein Favorit des Albums ist), danach beginnen kleine Spielarten innerhalb des Soundaufbaus, aber „Corporate Violate“ bringt schon wieder den Standard-Off-Beat-Bass, der so ausgelutscht wirkt wie ein Wassereis ohne Geschmack.

Das neue Album gehört zu einer meiner größeren Enttäuschungen des Jahres, dumpf und ideenfrei kommt es daher, es lässt nur manchmal die Besonderheiten von früheren SAM-Sachen durchscheinen, das ist nur noch plumper Kommerz, der für DJs geeignet ist, um den einen oder anderen Titel raus zu picken – dafür ist es noch gut. Am Stück angehört kann das Interesse nicht gehalten werden, zu eintönig und kontrastarm sind die Kompositionen, hier kann ich mir einen hohen Spaßfaktor nur mit einer Extasy-Pille vorstellen…

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