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SAMAVAYO - Vatan

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Artist SAMAVAYO
Title Vatan
Homepage SAMAVAYO
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

In Berlin leben Behrang Alavi (Gesang & Gitarre) sowie die Brüder Stephan (Drums) und Andreas Voland (Bass). Gemeinsam firmieren sie als SAMAVAYO. Die Prog-Heavy-Psych-Stoner-Rock-Kapelle geht auf das Jahr 2000 zurück und veröffentlicht mit „Vatan“ die sechste Langrille, die gleichzeitig die erste ist, die im Hause Noisolution erscheint.

Mir ist die Band erstmals 2012 mit dem Album „Soul Invictus“ untergekommen und was diese beiden Platten eint, ist nicht nur der roughe Sound, sondern auch der Umstand, dass einen Songs gibt, der in persischer Sprache vorgetragen wird. Dieser Tage ist es der Titeltrack „Vatan“, der sich eines Gedichtes der iranischen Schriftstellerin Simin Behbahani bedient und sich mit dem Begriff Heimat auseinandersetzt. Diese Fokussierung aufs Persische kommt nicht von ungefähr, denn Behrang ist gebürtiger Iraner. Neu ist allerdings, dass ein orientalischer Einfluss in Gesang und Melodie hörbar ist, den es in ähnlicher Form auch bereits beim 2016er Vorgänger „Dakota“ auf die Ohren gab. Ansonsten sind die drei Herren aber eindeutig in den härteren Gefilden der Rockmusik heimisch. Das unterstreicht bereits der Opener „Prevarication Nation“, der als komplexes Prog-Metal-Monster ums Eck kommt – psychedelisch, heavy und vertrackt. Progressive Elemente finden sich auch beim massiven „Sirens“ wieder. Gleichwohl werden diese mit trible-artigen Rhythmen und Seventies-Rock á la BLACK SABBATH fachkundig kombiniert. Mit wütendem Stoner-Rock gefällt das wummernde „Hate of Thousands“, während das nachfolgende „Marionette“ deutlich sperriger daherkommt. Jazzige Elemente hätte man an dieser Stelle eher nicht vermutet und so braucht die lebhafte Nummer auch eine gewisse Zeit, um ins Ohr zu gehen. „Time To Die“ empfiehlt sich stattdessen als rhythmusbetonter Schwurbel-Schatz, ehe das finale „Children of Kobane“ sich mit roher Energie eines weiteren wichtigen politischen Themas annimmt.

SAMAVAYO haben auf „Vatan“ neue, interessante musikalische Versatzstücke in ihren Sound eingebaut und sind gleichzeitig ihren alten Stärken treu geblieben. Macht in Summe schwer groovenden Stoner Rock mit Progressive- und Alternative-Einflüssen. Vereinzelt blitzt auch mal ein bisschen Metal auf, verpackt in ungewohnt komplexe Songstrukturen mit treibenden Rhythmusfundamenten. Gut gemacht!

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