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SANDSTONE - Delta Viridian

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Artist SANDSTONE
Title Delta Viridian
Homepage SANDSTONE
Label LIMB MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Als ich diese CD zum ersten Mal hörte, standen die Fenster meines Hotelzimmers offen und hinein drang das von Haus aus ohrenbetäubende Abendgebimmel mehrerer Kirchen. Bezeichnenderweise merkte ich das erst in der Pause zwischen zwei Songs. Die Glocken fügten sich eigentlich sehr harmonisch ins Gesamtbild, so polyphon und herrschaftlich rockend präsentieren sich die Herrschaften von SANDSTONE auf diesem vor Energie berstenden Album.

Ich gestehe, dass mir die Band so gar nichts sagte, bevor ich “Delta Viridian” in die Hände bekam. Jetzt hab ich nachgeschlagen und schäme mich gehorsam, dass ich die drei vorangegangenen Alben der nordirischen Gruppe bislang überhört hatte. Aber im Idealfall überzeugt doch die Musik ganz allein. Ein Album sollte keine Vorschusslorbeeren nötig haben, es sollte egal sein, ob der Zuhörer nun ein Mitglied der Band oder mehrere “süß” oder aber alle ganz furchtbar abstoßend findet, das Artwork oder das vorige Album mochte oder nicht, schon viel Gutes/ Übles über beides gehört oder mal mit dem Sänger ganz viel Bier getrunken hat.

Der Idealfall tritt hier ein. Elf abwechslungsreiche Songs und ein Intro finden sich auf diesem Langspieler – den Promo-Infos zufolge handelt es sich um “Melodic Metal”, und die Einordnung ist sicherlich nicht falsch, und doch kann man, wenn man Genre-Raten mag, auch noch einen guten Schuss Progressive und Power Metal finden. Vor allem aber: jede Menge gute Einfälle. Der Zuhörer braucht sich nicht eine Minute lang zu langweilen. Tonarten-, Rhythmus- und Tempiwechsel en gros, große Melodien, Mut zum Pathos, der aber dank des großzügigen Einsatzes von fröhlichst krachenden, virtuos hakenschlagenden Gitarren nicht ins Kitschige abgleitet. Hier muss man kein ätherisches Keyboardgesäusel oder eine ehrfürchtig fiepende Flöte fürchten, die einen beim Headbangen stört und an die schlechte Laune erinnert, die man vorhin noch hatte. Kein Geheule auf “Delta Viridian”. Besonders beanspruchen Songs wie “Red Mist” und “Promise Me” die Nackenmuskulatur, aber auch das mit 9.13 Minuten eben nicht zu lange letzte Stück “Vitruvian Man” ist trotz des würdevollen Einstiegs eine Naturgewalt. Natürlich gibt es sanftere Stellen, sogar eine De-facto-Ballade (“Transgression”), aber selbst die hat Kraft und natürlich diese wunderbaren Gitarrensoli, die einem den Mund offenstehen lassen.

Die ganze Mischung erfreut. Ja, sie macht am Ende auch ein bisschen müde. Nach einem Konzert dieser Band wäre ich sicherlich nassgeschwitzt und fertig, aber auch euphorisch. Vorausgesetzt, sie spielen live so gut wie dieses Album klingt.

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