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ALLERSEELEN - Barco Do Vinho

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ALLERSEELEN
Title Barco Do Vinho
Label AHNSTERN/ STEINKLANG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.5/10 (2 Bewertungen)

„Sieben Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein“ erkannte bereits Roland Kaiser. Was dem alternden Schlagerbarden sien Uhl, ist dem anderen sien Nachtigall. Von daher veröffentlicht der ALLERSEELige Gerhard nun mit seinen Freunden von SANGRE CAVALLUM eine Silberscheibe über das alkoholische Getränk, welches wie kein anderes für Lebenslust und -kultur steht. Dabei handelt es sich um keine Split im klassischen Sinne, wo die Künstler nebeneinander her musizieren, hier befruchtete und unterstützte man sich permanent gegenseitig. Zuallererst fällt aber die hochwertige/ stilvolle Verpackung auf, welche in gewisser Weise den ruhigen Geist des Weines in die Hände des Klangkonsumenten portiert. Das mediterrane Flair, versinnbildlicht auch durch Album- und Songtitel, sorgt für weitere Entspannung, die in den einzelnen Liedern allerdings nicht immer rüberkommt. Vielmehr herrscht bei den 4 ALLERSEELEN-Stücken bisweilen eine unterschwellige Aggressivität.

Ihnen gemein ist eine reduzierte Instrumentierung, teilweise werden nur Samples bzw. Loops eingesetzt, über die Kadmons prägnanter Sprechgesang gelegt wurde. Das ergibt eine monoton-hypnotische Stimmung, wenn man bereit ist, sich auf die Kompositionen einzulassen. Oberflächlich betrachtet mag das bisweilen eintönig klingen, wenn man aber tiefer eintaucht, offenbart insbesondere „In Vino Veritas“ Gerhards Vorliebe für DAF, natürlich in einem etwas anderen Kontext. „Zauberblut“ wurde bereits den Besuchern des Triumvirat-Festivals präsentiert und steht metaphorisch natürlich auch wieder für den magischen Rebensaft. Musikalisch ist beispielsweise bei „Zu später Stunde“ ein beinahe stumpfer Technobeat die Basis des Liedes, welches mit Folk Musik wirklich kaum mehr etwas gemein hat. Ein weiterer Beweis für die Vielseitigkeit des Projekts ALLERSEELEN, welches man nicht lieben aber respektieren muss. B. Ardo und R. Angel von SANGRE CAVALLUM beteiligten sich an Gesang und Songwriting und schlagen somit den Bogen zur „zweiten Halbzeit“, das Glas natürlich halb voll und nicht leer…

Ihre eigenen Stücke wirken wärmer, was insbesondere an der Verwendung von handgemachten Instrumenten liegt. Schon sehr beeindruckend, was der Herr Ardo laut Booklet so alles spielen kann, ein richtiges Ein-Mann-Orchester. „Wein, Blut der Erde“ wartet mit mystischen Klängen und wiederum Gerhards eindringlicher Stimme auf. Die folgenden beiden Traktate betonen insbesondere die Verbindung von Wasser, Leidenschaft und Melancholie. In Anbetracht der kleinen Weinbarken, welche ja auf für den Titel dieses Werks Pate standen, ein optimales Sujet. Zarte Song-Miniaturen mit Akustikgitarren und Chorälen ausgestattet verweisen auf die hart arbeiten Menschen vergangener Zeiten, für die Selbstverwirklichung noch kein Thema war. Der Weinwalzer, der über einen entsprechenden Grundrhythmus, verfügt kommt zum Schluss dann beschwingt und fast ein wenig kindlich-naiv daher. Der Alkohol pulsiert mittlerweile im Blut, ja er ist eine Liaison mit ihm eingegangen…

Für Anhänger beider Formationen wie auch avantgardistischen Liedguts allgemein eine sehr interessante Veröffentlichung voller Flair, die man –Achtung, Klischee! – am besten bei einem süffigen Glaserl Rotwein genießt. Und wenn man die Limited Edition erwirbt, bekommt man die dazu nötige Flasche gleich Frei Haus geliefert!

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