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SARABETH TUCEK - Get Well Soon

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Artist SARABETH TUCEK
Title Get Well Soon
Homepage SARABETH TUCEK
Label SONIC CATHEDRAL
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

“Get Well Soon” ist das zweite Album der US-Amerikanerin SARABETH TUCEK, die 2007 ihr selbstbetiteltes Debüt vorlegte, das zwar die Kritiker begeisterte (und sogar BOB DYLAN als prominenten Fan outete), aber von der Öffentlichkeit ziemlich unbeachtet blieb. Auch ansonsten lief es nicht wirklich gut im Leben der Singer-/ Songwriterin, die in Miami als Tochter eines Psychiaters und einer Psychologin zur Welt gekommen ist, jedoch in New York aufgewachsen ist und ihren Erstling nach ein paar Jahren in Hollywood und Versuchen als Schauspielerin an der Westküste aufgenommen hat. In ihrem Leben war nach der Veröffentlichung der ersten Platte wohl eindeutig zu viel Alkohol im Spiel und dann starb auch noch ihr Vater, dem sie „Get Well Soon“ gewidmet hat. Wobei sie ausdrücklich betont, dass der Silberling kein Konzept-Album ist, auch wenn hier die Geschichte rund um den Tod des Vaters musikalisch verarbeitet wird.

Auf jeden Fall geht es bisweilen ziemlich bedrückend zu. So wie beim mit 1:48 min kurz gehaltenen Opener „The Wound And The Bow“, für das die Inspirationen aus einem Essayband von Edmund Wilson stammen. Hier reichen noch ein paar akustische Gitarrenklänge und Sarabeth’ klare Stimme, während beim folgenden „Wooden“ die Langäxte auch schon einmal einen kleinen Ausbruch wagen. Die insgesamt getragene Grundstimmung bleibt jedoch über die gesamten zwölf Song erhalten. „A View“ beschränkt sich erneut auf eine minimalistische Instrumentierung, während sich „The Fireman“ rhythmusbetont und verhalten-optimistisch präsentiert. Derweil schlägt „Smile For No One“ leise Piano-Klänge an und lässt eine Säge singen (zumindest klingt es genauso) und auch „Things Left Behind“ setzt auf melancholisch-schöne Slow Motion. Am Tempo ändert sich bei „State I Am In“ nur geringfügig, trotzdem strahlt die Nummer eine enorme Kraft aus, die auch beim sich anschließenden „In The Bar“ wiederzufinden ist. „Rising“ klingt hingegen ein wenig verstörend, ganz so als wäre irgendwas Ungeplantes dazwischen gekommen, was sich schließlich in ungewohnt markanten Riffings niederschlägt. Mit „The Doctor“ glätten sich die Wogen wieder, der Gesang bekommt dabei gelegentlich fast schon sirenenhafte Züge, ehe „Exit Ghost“ (der Titel ist beim gleichnamigen Roman von Philip Roth ausgeliehen) knackige Gitarrenakkorde durch psychedelisches Fahrwasser lenkt. Der Titeltrack „Get Well Soon“ beschließt die LP schließlich mit schwermütigem Balsam für die Seele, der hoffentlich für eine schnelle Genesung sorgt.

Auf jeden Fall sorgt „GetWell Soon“ das eine oder andere Mal für eine Gänsehaut, wofür insbesondere die warme Stimme von SARABETH TUCEK verantwortlich ist. Aber auch die Instrumentierung stimmt – solange man es ruhig und getragen mag. Ausgelassen getanzt wird zu der Musik wohl eher weniger, dafür kann man ihr umso besser zuhören und seinen Gedanken nachhängen.

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