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SASSY SOCIETY - Lipstick Love Affair

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Artist SASSY SOCIETY
Title Lipstick Love Affair
Homepage SASSY SOCIETY
Label K-KLANGTRÄGER
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ach, was waren das für Zeiten, als auch ganz gewöhnliche junge Handwerker sich von ihren Freundinnen Heimdauerwellen machen ließen, weil ihre musikalischen Helden ebenfalls aussahen, als hätten sie gerade in eine Steckdose gefasst. Nicht ohne Grund gab man derzeit dem Sleaze- und Glam Rock der Achtziger auch den Beinamen Hairspray Metal, denn Haarpflegeprodukte brauchten damals alle Beteiligten in rauen Mengen. Tja, beim Styling ist in dem Jahrzehnt zweifellos ne Menge schief gegangen und ich bin froh, dass die fünf Hamburger Jungs von SASSY SOCIETY zumindest auf die Pudel-Gedächtnis-Frise verzichtet haben und sich in erster Linie des musikalischen Erbes der hardrockenden Eighties annehmen.

Okay, beim Make-up hätten sich Mark LeBosch (voc), Ivory Stardust (g), Jacky Cöbra (g), Migg Lizzy (b) und Mr. Six Toe Joe (d) vielleicht noch ein wenig zurückhalten sollen. Zumindest auf dem Foto im Booklet zu ihrem Debüt „Lipstick Love Affair“ haben die Herrschaften dann doch ein bisschen viel Kajal abbekommen. Ansonsten sichten SASSY SOCIETY auf diesem Pic gerade ihre Vinyl-Plattensammlung, die offensichtlich aus Dinos wie SURVIVOR, T. REX, dem Zurück-in-die-Zukunft-Soundtrack, MÖTLLEY CRÜE, DAVID BOWIE, BON JOVI, D-A-D und GUNS N’ROSES besteht. Womit dann auch gleich einmal die Koordinaten der zwölf Songs geklärt werden, wobei die letztgenannte Combo besonders im Gedächtnis bleibt, was klar an Marks Gesang liegt, der frappierend an Axl Rose erinnert. Ansonsten liefern die Hanseaten solide Sleaze-Kost ab, die erwartungsgemäß keine wirklichen Innovationen, aber immerhin eine gewisse Eigenständigkeit mitbringt. Es wird von der ersten Sekunde des Openers „Don’t Mess With The Boys“ ordentlich gerockt und spätestens wenn mit „Red Light“ das Tempo noch mal anzieht, werden die Altvorderen ihr verbliebenes Haupthaar begeistert schütteln und an die gute alte Zeit zurückdenken, während Mr. LeBosch sein Organ in schwindelerregende Höhen schraubt. Natürlich darf auf so einem Silberling auch was fürs Herz nicht fehlen. Im ersten Moment könnte man glauben, dass diesen Part das nachfolgende „Ashley“ übernehmen soll, doch nach einem ruhigen Einstieg entwickelt sich dieser Song zum Stadionrocker; aber „Down The Road“ ist dann schon mal für ein oder zwei Seufzer gut, bevor die Klavier-„Prelude“ auf den knackigen Kuschelsong „Black Roses“ einstimmt. Zuvor hat etwa der Titeltrack „Lipstick Love Affair“ die Gitarren jaulen lassen und auch auf der Zielgeraden lassen die Nordlichter mit Game I Play“ nichts anbrennen, ehe das finale „Can’t Control Rock’n’Roll“ abermals zum Hairspray-Metal-Rundumschlag ausholt.

SASSY SOCIETY versprühen mit jugendlicher Begeisterung gute Laune und servieren auf „Lipstick Love Affair“ einen durchaus gelungenen Ausflug in die Achtziger Jahre, der den Sleaze- und Glam-Rock mit einer amtlichen Portion Kick-Ass-Rock’n’Roll hochleben lässt.

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