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SATELLITES - Satellites.02

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Artist SATELLITES
Title Satellites.02
Homepage SATELLITES
Label VESTERBROTHER/ ROUGH TRADE
Leserbewertung
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Das magische Klingeln am Anfang von „Satellites.02“ lässt aufhorchen. Das klingt nach Verzauberung, nach organischem Kitsch, nach Lebendigkeit und dem Willen, etwas mitteilen zu wollen. Leider sind die folgenden Minuten so ziemlich vom Gegenteil geprägt. Das fängt schon mit der Ankündigung eines hauptberuflichen Live- und Sessionsmusikers an, sein erstes Album veröffentlichen zu wollen. Klingt erst einmal nicht allzu spannend, aber warten wir es ab. Der Multiinstrumentalist und Sänger Johnny Vic steht nämlich sonst vor allem als Bassist mit JAMES BLUNT auf der Bühne und hat bereits mit Stars wie CHRISTINA AGULERA, LEONA LEWIS, OLLY MURS und GARY BARLOW zusammengearbeitet. Namen, die dem Musikkenner höchstens ein leises Gähnen entlocken. Es ist vorab zu befürchten, dass Vic unter dem Namen SATELITES vor allem auf soundtechnische Perfektion setzt, die nach all der Kooperation mit anderen Künstlern vor allem der Erfüllung des eigenen Egos dienen soll.

Der Albumtitel „Satellites.02“ und das sparsam-minimalistische Artwork deuten ebenfalls eher auf formale Sachlichkeit als auf das Feuer eines Musikers, der den Drang verspürt, tief liegende Emotionen auszudrücken. Auf SATELLITES‘ Album bewahrheitet sich auch entsprechend einiges davon, aber nun einmal auch nicht alles. Es war gar nicht nötig, die musikalischen Einflüsse Vics mit in den Pressetext aufzunehmen: RADIOHEAD, NEW ORDER und THE NATIONAL sind die ersten Koordinaten, die auch dem unbedarften Hörer bereits nach den ersten Minuten Laufzeit über die Lippen kommen. Unter ästhetischer Perspektive ist den Songs demensprechend kaum beizukommen, alles wirkt aufeinander abgestimmt und schlüssig. Die Vorbilder sind zielsicher und geschmackvoll ausgewählt. Trotz oder gerade wegen aller Perfektion bleiben Vics Songs oft seelenlose, sterile Hülsen, die wie klingende Wachsfiguren durch die Gegend staksen und den Hörer nur selten zu bewegen vermögen. „Satellites.02“ wirkt wie ein Portfolio, mit dem der Künstler zeigen möchte, was er so alles drauf hat. Vielleicht findet sich der ein oder andere Song in Zukunft in irgendeinem Werbespot für Rasierklingen oder Mobiltelefone wieder. Ansonsten ist aber davon auszugehen, dass Vic mit dieser sterilen Platte nicht allzu viele Menschen berühren wird.

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