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SATURNUS - Veronika decides to die

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Artist SATURNUS
Title Veronika decides to die
Homepage SATURNUS
Label GRAU/ PROPHECY
Leserbewertung
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Keine Frage, in den 90ern konnten die Dänen SATURNUS einigen Wirbel in der Doom-Szene entfachen. “Martyre“ war damals ein gelungenes Album, und daher war es um so mehr bedauerlich, dass die Band nun gut 6 Jahre hat nix von sich hören lassen. Jetzt sind sie im neuen Line Up zurück und können trotzdem ohne weiteres an die damalige Leistung anknüpfen.

Inspiriert wurde das Album vom gleichnamigen Roman von Paul Coelho. Und diese traurige Geschichte über einen liebeskranken Menschen haben SATURNUS wirklich eindrucksvoll umsetzen können. Die düsteren Gitarren-Sounds, der wuchtige, tieftreffende Rhythmus der Drums und die wirklich überragende Atmosphäre der Piano-Melodien übermitteln fast erschreckend gut das Leid und das grenzenlose Unglück, welches eben die Veronika in ihrem Leben ertragen musste. Die grollenden Vocals und die schleppenden Sounds bahnen sich unaufhaltsam ins Unterbewusstsein und lassen einem förmlich die Gefühle der Romanfigur miterleben. Die zwischenzeitlichen Versuche, einen durch energischere Vocals und Midtempo-Sounds aus dem Unheil zu befreien, versinken sogleich wieder in der tiefen Traurigkeit der Piano-Melodien und Spoken Words. Mit Folk-Drums und einfühlsamen Gitarren-Soli spürt man regelrecht, wie Veronika in die andere Welt entlassen wird, um damit hoffentlich die Erlösung zu finden. Das sind SATURNUS, wie man sie kennt und weswegen man sie vermisst hat. So tief melancholisch, düster-romantisch, aber auch selbst-zerstörerisch klingen nur wenige Bands. SATURNUS sind eine davon. Im Verlauf des Albums merkt man aber, dass ein Merkmal des Sounds mittlerweile völlig verschwunden ist. So fehlen die Neo Folk-Einflüsse beinahe gänzlich, was wohl darauf zurück zu führen ist, dass Kim Larsen (OF THE WAND AND THE MOON) nicht mehr in der Band ist.

Schade ist bei dem absolut gelungenem Album, dass Flemming Rasmussen (METALLICA, MORBID ANGEL) wohl kein Händchen für Doom-Produktionen hat. Zwar kommt der Sound transparent aus den Boxen, aber doch recht dumpf. Mit einer wirklich richtig guten Produktion wäre „Veronika decides to die“ ein absolutes Meisterwerk geworden.

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