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SATYRICON - Now, Diabolical

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Artist SATYRICON
Title Now, Diabolical
Homepage SATYRICON
Label ROADRUNNER RECORDS
Leserbewertung
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8.3/10 (14 Bewertungen)

Wenn ein Arbeitstier wie Satyr Wongraven fast vier Jahre braucht, um das neue Album der norwegischen Elite-Formation SATYRICON fertig zu stellen, dann zeigt dies zum einen, dass hier nichts dem Zufall überlassen wird. Zum anderen könnte man aber auch den Eindruck bekommen, der Grund für die lange Wartezeit sei darin zu sehen, dass das neue Material besonders ausgefeilt und mit Feinheiten versehen wäre. „Ausgefeilt“ trifft dann zwar auch auf den mittlerweile sechsten Longplayer zu, gleichwohl ist „Now, Diabolical“ ganz und gar nicht vertrackt, sondern doch völlig anders. „Ausgefeilt“ meint hier nämlich mehr „ausgearbeitet“, und das wiederum auch nur im Sinne der speziellen Herangehensweise, mit der die Norweger hier den Weg zur Vollendung beschritten haben.

Denn als habe man sprichwörtlich das Pferd von hinten aufzäumen wollen, hat sich das Duo hier ganz auf die Basics (Gitarre, Bass, Schlagzeug) konzentriert und selbst dort noch abgespeckt und überflüssigen Ballast über Bord geworfen. Was jetzt zunächst ein wenig nach Leerlauf klingen mag, hat aber letztlich nicht zu einer gravierenden Veränderung des akustischen Erscheinungsbildes geführt. Vielmehr ist hier die bereits auf dem Vorgänger „Volcano“ eingeschlagene Simplizität verstärkt auf den Punkt gebracht worden. Wem also beim Ausbruch des Vulkans warm geworden ist, der dürfte Satyrs typische Handschrift auch hier sofort wiedererkennen und von der konsequenten Fortentwicklung seiner musikalischen Werke und Werte nicht sonderlich überrascht sein.

Fehlende Schnörkel sind insbesondere dadurch kompensiert worden, dass das Album extrem gitarrenorientiert ausgefallen ist. Beim Songwriting wurde offensichtlich besonderer Wert auf Gitarrenriffs gelegt, die einen ganzen Song allein tragen können und dessen Thema bilden. Diesem Thema musste sich alles andere unterordnen bzw. gezielt hinzufügen lassen. So gibt sich auch Drummer Frost schon mal mit simpleren Rhythmen zufrieden, wenn es denn der Sache dienlich ist. Hierdurch konnte insgesamt ein direkteres Gefüge erreicht werden, welches den Songs noch mehr Durchschlagskraft verleihen soll. Und das funktioniert auch, wie das eröffnende Dreigestirn von Beginn an beweist: Der Titeltrack kriecht tonnenschwer aus den Boxen und walzt sich durch die Gehörgänge, bei „K.I.N.G.“ kommt noch eine Prise Black ´n Roll hinzu und „The pentagram burns“ macht deutlich, wie catchy auch der kompromisslose Umgang mit einem Saiteninstrument sein kann. Der spätere zartbesaitete Anfang von „The rite of our cross“ währt nicht lange und muss weiteren treffsicheren Eruptionen weichen. „Delirium“ mutet zwischenzeitlich etwas psychedelischer an, bevor das mit dramatischen Hörnern versehene und erhabene „To the mountains“ einen gelungenen Schlusspunkt setzt.

Wenn man so will, haben SATYRICON auf „Now, Diabolical“ geradezu das Diabolische aus ihrem Sound herausgeholt und umgesetzt. Um davon in den Bann gezogen zu werden, sollte man bestenfalls ihre Entwicklung seit „Rebel Extravaganza“ mögen. Aber ich bin mir sicher, dass ein erfolgreicher Einstand beim neuen Label Roadrunner in jedem Fall gelingen wird.

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