| Artist | SAVATAGE |
| Title | Edge Of Thorns (Re-Release) |
| Homepage | SAVATAGE |
| Label | EAR-MUSIC/ EDEL |
| Leserbewertung |
Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen: SAVATAGE ist für mich mit Ausnahme von „Gutter Ballet“, „Hall Of The Mountain King“ und einigen wenigen in Diskos gespielten Singles nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Umso erfreuter bin ich natürlich, nun mit der Obliegenheit betraut worden zu sein, das vorliegende Re-Release des 93er-Klassikers „Edge Of Thorns“ zu rezensieren. Ein jeder erfahrene Metalhead und/ oder Rocker weiß um das tragische Schicksal einer Band, die stets im Geheimen zu den ganz Großen gehörte, auch wenn der kommerzielle Durchbruch (Erfolg hatte man ja zweifelsohne, auch in den Charts) im Vergleich zu anderen 80er-Bands doch stets wunderlicherweise ausblieb. Wiederum zeigt sich am Beispiel SAVATAGE, wofür die Hard’n’Heavy-Kultur transnational berühmt ist: Großes wird ganz groß in Ehren gehalten, auch wenn man eine Zeit recherchieren muss, um die richtigen Perlen aus der Tiefe der Vergangenheit zu fischen. Und solche eine Perle höchster Güte findet man gewiss in „Edge Of Thorns“.
Was einem gleich zu Anfang der Platte förmlich ins Gesicht springt, ist sicherlich das großartige fundiert-studierte und bissige Riffing, das pärchenhaft Hand in Hand mit QUEEN-likem Klaviergespiel und einem Musical-ähnlichen Flair einhergeht. Etwas, wofür die Band auch heute noch in aller Munde ist – und das nicht nur im Veteranenzelt elitärer Traditionalisten. Der seinerzeit noch aus allen Röhren (sogar beim originären Thrash) rockende Banger-Faktor zieht sich auch hier wie ein uneigennütziges fossiles, aber nie ausgestorbenes Feeling durch alle 13 Tracks. Das facettenreiche, stimmige und einfach nur tolle Songwriting brilliert in einer glasklaren und sich dem Natürlichen verschriebenen Produktion (gerade auch die Instrumentals „Labyrinth“ und „Exit Music“ beweisen dies nachdrücklich) und alles wirkt so, als wäre es nie gealtert, wenngleich die Musik von SAVATAGE für manch einen Zeitgenossen heute nicht mehr zeitgemäß erscheinen mag. Jedoch wäre es nichtsdestotrotz eine ziemliche Schande, wenn die ganz neue Generation hier Berührungsängste an den Tag legen würde.
Es ist nämlich ein wahres, fast schon zu Tränen rührendes Vergnügen, dieser von Zachary Stevens’ und Chriss Olivas’ Talenten getragenen Platte zu lauschen. Im Gegensatz zu vielen, heute als bahnbrechend oder hochklassig eingestuften Alben mit Prätention oder dem investigativem Anspruch auf Substanzhaftigkeit, ist „Edge Of Thorns“ ganz ohne Augenwischerei eines der definitiv besten Metal-Alben, die je produziert wurden. Es braucht sich nicht scheuen, auch außerhalb der Community diversen Musikliebhabern präsentiert zu werden. Und so gilt für jeden, welcher dieses Meisterwerk nicht bereits in seinen Händen hält (das zudem für einen mehr als moderaten Preis angeboten und im hübschen Digipak präsentiert wird), schlicht zu kaufen! Es ist mehr als sein Geld wert. Ja, ich garantiere: „Edge Of Thorns“ wird auch noch nach jahrelangem Hörgenuss nicht aus der Playlist derjenigen wegzudenken sein, die diese Musik zu schätzen wissen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.