| Artist | SAVATAGE |
| Title | Fight for the Rock (Re-Release) |
| Homepage | SAVATAGE |
| Label | EAR MUSIC/ EDEL |
| Leserbewertung |
Machen wir uns nichts vor: “Fight for the Rock” ist die schlechteste SAVA–Platte aller Zeiten. Semi legendär sind bis heute die schier unglaublichen Bedingungen, unter denen die Band zu diesem Schnellschuss genötigt wurde, namentlich durch ihre damalige Plattenfirma Atlantic. Diese witterte wohl fette Beute, als sie eine talentierte rifforientierte Metalband dazu nötigte, auf den durch die Decke schießenden Markt amerikanischen Kuschelrocks zu zielen. Sicherlich ist Atlantic bis heute recht zu geben: das Talent war vorhanden. Allerdings bleibt es auch bis heute ein Trugschluss zu glauben, man könne ein kuscheliges Rockalbum von herausragender Qualität aus der Westentasche komponieren. Das Ende vom Lied ist bekannt, zumindest in der Metalszene: „Fight for the Rock“ wurde ein Riesenfehlschlag, der die Band fast bis zur Aufgabe brachte. Glücklicherweise aber nur fast: SAVATAGE entdeckten insbesondere mit den folgenden Scheiben „Hall of the Mountain King“ sowie dem ewigen Band Klassiker „Gutter Ballet“ ihre wahren Talente und wurden die beste symphonische Power Metal Band der Metalgeschichte und ignorierten „Fight for the Rock“ auf ihren Live Konzerten völlig.
Mit dem Abstand von jetzt 25 Jahren kann man zart auf die wenigen positiven Seiten verweisen. Drei Songs dieses Albums können den üblichen SAVATAGE-Qualitätslevel halten: da ist zunächst der kraftvolle Opener, der auch das Titelstück des Albums ist. Dann hat die Band mit „Edge of Midnight“ und „Hyde“ zwei echte und wegweisende Hits in die Mitte der Scheibe eingeschmuggelt. Hier ist der kommende SAVA-Sound – pathetisch, kraftvoll und sehr fein an den Instrumenten eingespielt – deutlich zu erkennen. Rund um diese Highlights gibt es aber leider – und man muss das in dieser Deutlichkeit sagen – nur Gülle. Das gleichermaßen lächerliche wie miserable Artwork wäre noch zu verkraften. Grabbeltisch Kuschelrock der Marke „Out on the Streets“ oder „Lady in Disguise“ ist aber indiskutabel und war schon damals reif für die direkte Verklappung. Unterboten werden die zahlreichen Offenbarungseide auf „Fight for the Rock“ aber lässig durch die Coverversion des BADFINGER-Schätzchens „Day after Day“. 1971 war der Song vielleicht noch ok. Im Kontext des SAVATAGE–Schaffens handelt es sich aber um den schlechtesten jemals veröffentlichten Song. Kann man alle anderen Unterflieger mit viel Mühe und einer kräftigen Faust in der Tasche so gerade eben noch weglächeln, so ist hier der Punkt erreicht, wo die Stimmung ins leicht Aggressive umschlägt. Man möchte die CD direkt in die letzte Ecke schmeißen und der Band im Nachhinein die bekanntlich reichlich geöffneten Flaschen aus den Händen reißen und die Jungs bitten, sich diesen Scheiß noch mal anzuhören!
Aber na ja, lässt sich ja nicht mehr ändern und die Zukunft hat wie erwähnt vielfach entschädigt. Komplettisten werden den Re-Release wahrscheinlich schon nicht mehr brauchen, allen anderen seien sämtliche anderen SAVA–Platten, v.a. alle Platten, die noch mit dem seligen Criss Oliva entstanden, wärmstens ans Herz gelegt.

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