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SAVOIR ADORE - Our Nature

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Artist SAVOIR ADORE
Title Our Nature
Homepage SAVOIR ADORE
Label NETTWERK
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Ob es wohl eine Bürde ist, wenn der Papa die „Miami-Vice“-Titelmusik geschrieben hat? Müsste man mal Paul Hammer fragen, der zumindest das musikalische Talent seines Vaters Jan geerbt hat und gemeinsam mit Deidre Muro, dem weiblichen Part des Fantasy-Pop-Duos SAVOIR ADORE, selbiges in Richtung Indie-Pop kanalisiert. Angefangen haben die beiden 2007 mit einer EP mit dem nicht eben kurzen Titel „The Adventures of Mr. Pumpernickel And The Girl With Animals In Her Throat“ – für die Aufnahmen brauchten die beiden allerdings gerade mal 48 Stunden und fertig war die Konzept-EP, die in einem Märchenland angesiedelt war und 2009 auf dem Album „In The Wooded Forest“ aus der Ferne weitererzählt wurde.

Mit „Our Nature“ zoomen sie sich jetzt mitten in diese so entstandenen inneren Landschaften und Beziehungen hinein. Der Opener „Dreamers“ dient dabei als Prolog und kommt als entspanntes Dance-Wiegenlied daher. In diesem Sinne schließen sich auch „Cinema“, „Loveliest Creature“ oder auch „Sparrow“ an, bevor bei „Imagination“ eine gewisse Melancholie in den Stimmen der beiden Protagonisten liegt. Muro kommt ebenfalls aus einer Musikerfamilie, spielt Klavier und Geige und ist zudem ausgebildete Jazzsängerin. Da überrascht es nicht, wie abwechslungsreich ihre Stimme nicht nur beim beschwingten „Anyway You Go“ klingt. Der Titeltrack „Our Nature“ bringt ein wahres Füllhorn elektronischer Sounds mit, die beim druckvollen „Regalia“ flirrend auf knackige Rhythmen stoßen und zum Tanzen einladen. Ruhigere Töne schlagen derweil „At The Same Time“ und „Beating Hearts“ an – wobei die Tanzbarkeit auch hier jederzeit gegeben ist. So wie beim bassbetonten „Empire of Light, das leicht unterkühlt an den Wave der Eighties erinnert. Bei „Speed Bumb“ ist der Name durchaus Programm, gehetzt wird bei SAVOIR ADORE allerdings nicht – schon gar nicht mit „Wild Davie“ das in Slow Motion den Emotionen freien Lauf lässt und angesichts mancher Gitarrenakkorde ein wenig an PINK FLOYD denken lässt. „Sea of Gold“ zieht noch mal alle Elektronikregister und stellt die großen Fragen über Familiengeschichte und Identität: Wie kam ich hier her? Wer bin ich jetzt?

Diese Frage kann auch „Our Nature“ wohl nicht beantworten. Aber der Silberling bietet immerhin annähernd eine Stunde mit 14 perlenden Elektro-Pop-Songs, die ins Ohr gehen und dort auch bleiben. Das Ganze ist sehr smooth ausgefallen und lockt durchaus auch auf den Dancefloor. Eindeutig Mucke für laue Sommerabende.

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