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SAY ANYTHING - Oliver Appropriate

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Artist SAY ANYTHING
Title Oliver Appropriate
Homepage SAY ANYTHING
Label DINE ALONE RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Der 16. August 2018 war ein schwarzer Tag für die Fans der kalifornischen Emo-Indie-Pop-Punk-Kapelle SAY ANYTHING, die im Jahr 2000 von Leadsänger, Songwriter und Mastermind Max Bemis gegründet wurde. In einem neunseitigen Manifest verkündete der 34-jährige das vorläufige Ende der Band, versprach aber gleichzeitig, dass es noch eine letzte Platte geben würde. Dieser Silberling hört auf den Namen „Oliver Appropriate“ und ist inzwischen veröffentlicht worden.

Es handelt sich um ein Konzeptalbum, das die Geschichte des titelgebenden Oliver erzählt. Dieser ist Sänger einer ausgebrannten Indie-Punk-Band in Brooklyn, lebt selbstzerstörerisch, betrügt seine Frau und verliebt sich schließlich in einen Mann, der seine Liebe allerdings nicht erwidert und diese Zurückweisung mit seinem Leben bezahlt. Am Ende tötet sich Oliver schließlich selbst, indem er sich ertränkt – beschwert mit einem Stein und der Leiche seines Opfers. Harter Tobak, der bei aller Fiktion wohl auch jede Menge Autobiografisches birgt. Denn auch Max Bemis hat seit Jahren mit mentalen Problemen (nach einem Nervenzusammenbruch wurde 2005 eine bipolare Störung festgestellt), Depressionen, Abhängigkeiten, der ständigen Trennung von seiner Familie und zuletzt auch seiner Bisexualität zu kämpfen.

All diese Themen tauchen bei „Oliver Appropriate“ wieder auf und werden von SAY ANYTHING über 14 Songs in der gebotenen Intensität musikalisch umgesetzt. Max‘ rauer (Schrei-)Gesang hat dabei immer etwas verzweifeltes und findet seine instrumentale Entsprechung in inbrünstig vorbetragenen Stücken, die irgendwo zwischen Singer-Songwriter und Akustik-Pop-Punk angesiedelt sind (vgl. das schrammelige „Pink Snot“ oder auch erstaunlich beschwingte „Your Father“, bei dem es auch weibliche Vocals zu hören gibt). Typischen SAY-ANYTHING-Emorock gibt es mit „Daze“ und „Send You Off“ auf die Ohren, während beispielsweise „Greased“ mit einer sehr reduzierten Akustik-Instrumentierung daherkommt. „Mountainbreather“ und „Captive Audience“ rücken Synthies und Piano in den Fokus, während „Fired“ leisere Schrammel-Töne anschlägt und es am Ende mit dem finalen „Sediment“ höchst emotional wird. Hoffen wir, dass Max Bemis mit „Oliver Appropriate“ das passende Ventil gefunden hat, um seine persönlichen Probleme zu kanalisieren. Und dass ihm die Pause von SAY ANYTHING auf die nötige Ruhe bringt, um sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

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