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SCENTERIA - Art of Aggression

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Artist SCENTERIA
Title Art of Aggression
Homepage SCENTERIA
Label KARMAGEDDON MEDIA
Leserbewertung
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Angeblich wurde SCENTERIA im letzten Jahr sehr viel Platz in der „Untergrund-Presse“ eingeräumt. Da wir diese nicht lesen, können wir das leider nicht überprüfen. Die Frage ist natürlich, ob die „Sjötebörger Härd Pöstil“, das „Chester Metal Magazine“ oder der „Pfälzische Thrash Kurier“ wirklich etwas interessantes zum Thema „Neue Talente“ zu sagen haben. Weil die Plattenfirma uns die genaue Herkunft der euphorischen Kritiken vorenthält, müssen wir uns der zweiten Behauptung zuwenden, die darin besteht, dass die Band gleich mit ihrem Debüt in einer Liga mit den CHILDREN OF BODOM und THE HAUNTED spielen. Knete ist kostbar in der heutigen Zeit. Deswegen:

Soll man oder soll man nicht? Sein Geld auf SCENTERIA setzen? Die Band kann ja einiges. Sie hat „Art of Aggression“ selbst produziert und es klingt mächtig. Fett, vielschichtig, modern. Die Themen schlagen einen weiten Bogen und reichen von den Dauerbrennern Krieg und Weltschmerz bis hin zu Drogen und Selbstmord. „Acts of Lunacy“ ist ein definitiver Ohrwurm, der es sich in der Schnittmenge aus Death und Thrash bequem macht und „Infected“ hat ein Riff, das man nicht so schnell vergisst. Das wohl als Wortspiel angelegte „Forever Lost“ erinnert an die beste Zeit von PARADISE LOST. Die Refrains funktionieren als emotionale Katalysatoren: Man fährt mit ihnen ein wenig langsamer, aber die Gefühle bleiben darin hängen. Nur: In einer engen Konkurrenz vieler sich nur noch in den Details unterscheidender Formationen ist es maßgeblich die Perfektion in der Umsetzung bestehender Schablonen, welche die Meisterschaft ausmacht. Und hier vermögen SCENTERIA gerade im letzten Drittel nicht mal am Titelgewinn zu schnuppern. Die Botschaft von „Addicted“ ist mit den Bemühungen des DFB kompatibel, der Track aber schwächelnd wie Rudis Elf. „Blackend“ übertreibt es mit der Annäherung an zarte Klänge und verliert ganz gegen Ende noch den Faden. Das als Mahnung und Warnung vor dem ökologischen Kahlschlag gedachte „Reign of Hate“ ist dann ein peinlich berührender Schlusspunkt: „Scientists work night and day/ All we can do start to pray“ – wiebitte!? Soziales und umweltorientiertes Bewusstsein ist prima, aber wenn es derart naiv und tollpatschig daherkommt, dann schadet es der Sache eher.

Das Problem besteht nicht darin, dass SCENTERIA die vernünftigen Ideen ausgehen würden, sondern dass sie diese nicht zu den tragenden Pfeilern ihrer Songs machen. Vieles, was gut ist, bleibt unbeachtet liegen, während schwächere Motive breit ausgewalzt werden. Hier hätte ein erfahrener Produzent sicherlich einiges herausholen können. Von ihren Vorbildern sind die Schweden jedenfalls mehr als nur einen Block entfernt. Talent haben sie, das steht fest, doch wer möchte darauf in unsicheren Zeiten schon wetten? Ich jedenfalls öffne mein Portemonaie erst mal nicht.

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