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SCHANDMAUL - Wie Pech & Schwefel

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Artist SCHANDMAUL
Title Wie Pech & Schwefel
Homepage SCHANDMAUL
Label F.A.M.E. Recordings/ BMG
Leserbewertung
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4.5/10 (2 Bewertungen)

Wo SCHANDMAUL draufsteht, ist auch SCHANDMAUL drin, und das ist gut so. Wer bereits die äußerst erfolgreichen Vorgänger mochte, wird auch das in einem schönen Digipack präsentierte vierte Album „Wie Pech & Schwefel“ lieben. Der Titel bezieht sich auf den Zusammenhalt in der Band, der sich vor allem durch die unzähligen Konzerte gebildet hat, wer sie schon mal gesehen hat, weiß, was ich meine. Ein paar kleine Neuerungen gibt es dennoch: Auf dem Cover befindet sich zum ersten mal nicht der „Hofnarr“, das namenlose Maskottchen der Süddeutschen. Und man hat sich noch nie so viel Zeit für den Kompositionsprozess genommen, was sich in vielen kleinen Details bemerkbar macht.

Härtentechnisch ist alles beim alten geblieben und so pendeln sich die Songs immer noch in rockigen Gefilden ein, die Balladen mal ausgenommen. Dabei gibt es von der lyrischen Seite her drei bestimmende Themen: Mittelalterliche Abenteuer, Liebeslieder und Oden an das erfüllte/ selbstbestimmte Leben. Zur letztgenannten Kategorie gehören zwei meiner Lieblinge, der sehr starke Opener „Leb!“ (eine Aufforderung das Leben zu genießen, der ich gerne nachkomme) und der „Stein der Weisen“, eine Dorian Gray-Variation. Daneben begeistert mich auch das treibende „Geisterschiff“, welches direkt neben Sallys „Knochenschiff“ vor Anker geht. Hier überrascht Thomas’ Stimme im Prolog mit dunklem Timbre, ein Stilmittel, welches er ruhig häufiger einsetzen sollte. Aber auch so ist der gute Lindner das Aushängeschild der Band, schnell identifiziert in einer Anhäufung von Epigonen. Nur sehr selten wirkt mal ein Reim etwas unrund, was bei der Art der Geschichten nicht selbstverständlich scheint. Und bei welcher Band interessiert man sich schon noch für den Ausgang einer Weise? Das ist einfach gute Erzählkunst! Weitere Highlights: „Das Tuch“ mit dem dynamischen Refrain und das leicht verschleppt melancholische „Das Duell“, lediglich „Der Sumpf“ ist etwas seicht (ein Paradoxon?).

„Wie Pech & Schwefel“ fällt um keinen Deut besser aus als der Vorgänger, nein, das sehr hohe Niveau wird einfach gehalten! Und das ist wahrscheinlich das größte Kompliment, was ich machen kann. Man verkauft sich nicht für irgendwelchen utopischen Ziele und bedient einfach die wahrlich nicht kleine Klientel. Live wird sich schon bald zeigen, welche Songs das Potenzial zum Klassiker besitzen, denn richtiges Leben existiert bei den „Schandmäulern“ nur auf der Bühne…

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