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SCHATTENSPIELER - Babel

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Artist SCHATTENSPIELER
Title Babel
Homepage SCHATTENSPIELER
Label DR. MUSIC DISTRIBUTION/ ROUGH TRADE
Leserbewertung
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7.6/10 (13 Bewertungen)

Wer mit den Schatten spielt, der kennt sich aus mit dem Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit. Im vorliegenden Fall auf die Musik projiziert heißt das, sich mit dem Zusammenspiel der lauten und leisen Töne von hartem Rock und Metal auszukennen, alle Tonleitern dieses Genres zu beherrschen. Obwohl die seit neun Jahren tourende Band ihre Musik als „Dark Rock“ bezeichnet und das Cover des aktuellen Albums dem Gothic nicht gerade entgegen spricht, hat der Sound nicht zwangsläufig etwas mit dem Genre zu tun. Es ist eine Mischung Keyboardgetragenen Hardrocks ähnlich DEEP PURPLE und neuer deutscher Härte á la RAMMSTEIN, gewürzt mit Heavy Metal. So wie die Mischung der Stile wird auch im textlichen Bereich auf die zwei Sprachen deutsch und englisch zurückgegriffen, wobei der Schwerpunkt beim vorliegenden Album bei deutschen Texten liegt.

„Sister Terror“ startet im schnellen Takt mit hohem und lang anhaltendem Shout. Der englisch gesungene Song lässt den Hörer sofort in die Welt des Hard Rock eintauchen. Mit hämmernden Gitarren beginnt „Das Böse lebt“. Der rhythmische und eingängige Part wird durch Gesangseinlagen mit verzerrter Stimme unterbrochen, jedoch wird immer wieder zum tanzbaren Rhythmus zurückgekehrt. Der Text eines Schlafliedes täuscht nur oberflächlich über das Böse hinweg. Keyboardige Spritzer bilden den Auftakt für „Totes Glück“, welches gleich einer Ballade daher kommt, bis schließlich das Schlagzeug einsetzt und dem ganzen einen Rhythmus verpasst. Letztendlich kommen weitere Instrumente hinzu und mit einem dunklen Backgroundgesang führt der Track in den Refrain. So ist er einerseits balladesk und rockig zugleich. Klänge, einem Glöckchen gleich, starten „Violence“, ein ebenfalls in Englisch gesungener Titel, der dem Beat des Rock folgt. Die mystischen Klänge im Hintergrund lassen ihn etwas exotisch, aber äußerst angenehm erklingen. Ein Gitarrensolo lässt den Luftgitarrenspieler zum Werke schreiten. „Der weiße König“ hämmert umso metallener los. Bei “Let Me Go“ handelt es sich um eine durchgängige Ballade, getragen vom melancholischen Gesang des Frontmanns Bigdave und einem ebenso melancholischen Piano. Sie zeigt, dass sich die Musiker auf dem Gebiet der klassischen Rockballaden ebenso auskennen wie in den härteren Klängen. Der längste Track “The Last Stand“ ist eine Mischung aus Ballade und Rock, bei denen die Gitarren zeigen, dass sie harte Töne anschlagen können. Jedoch sind weite Teile des Gesangs melodisch angelegt. Andererseits mit dunklen Growls doch auch sehr dark-lastig. Der Wechsel der Stile innerhalb dieses Songs macht ihn so besonders. Mit flüsternder Grabesstimme beginnt „In Ewigkeit Amen“, um dann nach geraumer Zeit mit einem zeitkritischen Text und einer schlagenden Melodie auf die rockige Schiene zu gelangen.

Die sechs Musiker, die alle bereits Erfahrungen aus anderen Bands mitbrachten und dadurch auch unterschiedlichen Stilen frönten, haben nach ihren Scheiben „Underground“ (2002) und „Lux et Umbra“ (2006) nun ein Studioalbum nachgelegt, in dem sie ihre Stile zu einem Guss zusammenschmelzen lassen. Der Hardrocker kommt bei diesem Album voll auf seine Kosten. Fühlt er sich an mancher Stelle an alte Zeiten erinnert, so nimmt er an anderer Stelle doch die jüngeren metallenen Grooves mit. Und der „Disco-Schmuse-Titel“ „Let Me Go“ hat eh was Eigenes. Ihre Fähigkeit, das Publikum auch live zu beeindrucken, haben sie schon vielfältig und auch auf Bühnen mit IN EXTREMO und DIE APOKALYPTISCHEN REITER gezeigt. Ich muss ein Konzert mit ihnen auf jeden Fall nachholen.

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