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SCHILLER - Atemlos

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Artist SCHILLER
Title Atemlos
Homepage SCHILLER
Label ISLAND/ UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Ließ sich Christopher von Deylen alias SCHILLER für sein letztes Album „Sehnsucht“ noch auf einer Reise von Berlin nach Kalkutta (mit dem Auto) inspirieren, steht bei dem aktuellen Output „Atemlos“ die Arktis im Vordergrund. Vier Wochen lang begleitete er ein internationales Team von Meeresforschern auf ihrer Expedition mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ und tauchte mit dem Roboter „Quest“ in die eisigen Tiefen des Meeres ab. Herausgekommen ist ein typisches SCHILLER-Album, dem man die Stätte der Inspiration durchaus anhört. Mit dabei natürlich auch wieder namhafte Gäste wie midge ure, jaki liebezeit und natürlich kim sanders, welche nicht zum ersten Mal auf einer Scheibe von Deylens zu hören ist und ihn auch live immer wieder unterstützt.

Gleich der Opener „Tiefblau“, ein Instrumentalstück, erinnert nicht nur aufgrund seines Titels an Meer, an Wasser, an Kälte, sondern auch aufgrund der Klänge, die v. D. kunstvoll zusammengeschmiedet hat. Ich persönlich kann bei dem Song das weite dunkle Blau des Meeres vor meinem inneren Auge sehen und möchte das mal jetzt nicht auf die Vorabinformationen zu diesem Album schieben. Die beiden folgenden Titel „Try“ mit Nadia Ali und „Playing with Madness“ (gesungen von Mia Bergström) sind zwei ausgesprochen schöne Popstücke, bei denen sowohl Klangarrangement, Songwriting, als auch die Stimmen der beiden Sängerinnen gut miteinander harmonieren und ein stimmiges Gesamtbild abgeben, welches recht schnell ins Ohr geht und sich dort auch erstmal ein Weilchen festsetzt. Geeignet zum entspannen, träumen oder auch gerne auf längeren Autofahrten einsetzbar. Ebenso auch die beiden Instrumentalstücke „Leidenschaft“ mit Jaki Liebezeit und „Himmelblau“. Weiter geht es dann mit Midge Ure und „Let it rise“, ein weiteres ruhiges Stück mit tollem Gesang, viel Atmosphäre und einem leicht melancholischen Unterton. Das folgende „La Mer“ greift die Thematik des Meeres erneut auf, bevor SCHILLER sich mit Lenka und „Sunrise“ wieder dem Himmel zuwendet. Interessant und besonders hervorzuheben ist hier die Stimme von Lenka, die ein wenig an Maria Antonia von CHAPEAU CLAQUE erinnert. Musikalisch bleibt von Deylen auch hier wieder recht ruhig, durchmischt das Ganze aber mit einigen kraftvolleren Passagen, bei denen man förmlich sehen kann, wie sich die Sonne langsam vom Horizont löst und zu voller Pracht aufsteigt. Es folgt erneut ein Instrumentalstück betitelt mit „Polarstern“. Ob dies nun eine Hommage an den gleichnamigen Stern oder das Forschungsschiff ist, vermag ich nicht zu sagen. Flotter geht es dann bei „I will follow you“ mit Henree zu, könnte man das doch sogar fast schon tanzbar nennen. Es folgt „Under my skin“ mit einer bekannten Stimme im SCHILLER Universum. Kim Sanders tritt das erste und einzige Mal in Erscheinung und ich gehe mal davon aus, dass sie auch auf der kommenden Tour wieder mit von der Partie sein wird. Durch ein wenig Googlen habe ich erst erfahren, dass sie die ehemalige Sängerin von CULTURE BEAT ist. Eine Band, die zu meiner Teenagerzeit schwer angesagt war. You remember „Mr. Vain“? Zum Abschluss gibt es mit „Always you“ noch eine sehr ruhige Nummer auf die Ohren, bevor dann mit „Reprise“ die Reise durch das SCHILLER Universum zu Ende geht und die Realität wieder mit voller Wucht zuschlagen kann.

Insgesamt ist SCHILLER mit „Atemlos“ wieder ein schönes, sehr lohnenswertes Album gelungen, das ein wenig ruhiger bzw. melancholischer als das Frühwerk anmutet und die Tanzbarkeit ein wenig missen lässt. Man kann stattdessen wunderbar abschalten und sich seinen Tagträumen hingeben. Einen Minuspunkt gibt es dafür, dass die Promo nur aus CD 1 bestand und man die 2te Scheibe nicht mal ansatzweise zu Gehör bekommen hat. Dafür aber an dieser Stelle noch ein Lob für die tolle und liebevolle Aufmachung des Infomaterials, bei dem man sich augenscheinlich viel Mühe gemacht hat.

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