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SCHÖFTLAND - Der Schein trügt

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Artist SCHÖFTLAND
Title Der Schein trügt
Homepage SCHÖFTLAND
Label CHOP
Leserbewertung
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6.2/10 (5 Bewertungen)

Fragt mich nicht, warum eine Band, die in Bern zuhause ist, sich nach einer Gemeinde im Kanton Aargau benennt. Ich bin schon dankbar, dass ich Sänger Floh von Grüningen verstehen kann, dann die Herrschaften sind so nett, ihren Indie-Rock seit 2005 in deutscher Schriftsprache zu spielen. Damit waren sie 2007 schon mal auf Citynightline-Tour durch Deutschland: Mit allen Instrumenten inklusive Harmonium und Schlagzeug reisten SCHÖFTLAND im Zug von Hamburg nach Zürich und spielten in jeder Stadt, in der der CNL Halt machte, ein Konzert, bei dem sie ihre EP „Nur Touristen“ präsentierten. Im vergangenen Jahr war das Quintett erneut bei uns zugegen, diesmal auf Einladung von GISBERT ZU KNYPHAUSEN, dessen Gigs die Schweizer supporteten.

Im Gegenzug ist Gisbert jetzt auf „Der Schein trügt“ zu hören, wo er dem melancholischen „Kleinstadt“ seine Stimme leiht. Als weiterer Gast ist Nils Koppruch (ex-FINK) vertreten, der die Vorabsingle „Liebeslied“ mit erdiger, rauer Poesie füttert. Überhaupt geht es sehr poetisch zu bei SCHÖFTLAND, die ihrem Sound nach dem verhältnismäßig ruhigen Start („Der Sturm“) beim folgenden „Blaulicht“ auch einmal ein paar aufmüpfige Gitarrenakkorde gönnen. Der Titeltrack „Der Schein trügt“ wabert mit berauschenden Saxofonklängen aus den Lautsprechern, während „Komet“ eher von dezenten Pianoakkorden dominiert wird, bevor das Harmonium dank „Dass ich schlief“ zu ungewohnten Ehren kommt, ehe melancholische Langäxte das Sagen übernehmen. „Das Biest“ verweist auf zahlreiche Tempiwechsel, um bei „Wir könnten fliegen“ und „Niemandsland“ erneut in Slow-Motion-Rhythmen zu verweilen.

SCHÖFTLAND befinden sich stilistisch irgendwo zwischen dem schwermütigen Singer-/ Songwriter-Stuff von GISBERT ZU KNYPHAUSEN und melodiösem ELEMENT OF CRIME-Rock, wobei man sich tatsächlich nicht vom ersten Schein trügen lassen sollte. Das Debüt braucht seine Zeit, um seine gesamte Bandbreite und Tiefgründigkeit zu offenbaren.

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