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SCHWESSI - Achtung Überlebensgefahr

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Artist SCHWESSI
Title Achtung Überlebensgefahr
Homepage SCHWESSI
Label PUSSY EMPIRE RECORDINGS
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SCHWESSI heißt eigentlich Sonja Schwabe und kommt aus einem kleinen katholischen Dorf in Bayern. Den Namen ‚Schwessi‘ hat ihr – wen wundert’s – der Bruder verpasst und diente ihr auch von Beginn ihres Musikerinnendaseins als Künstler- und Bandname. So gründete sie 1998 beispielsweise gemeinsam mit Jazzmusiker*innen in Bamberg die Hip-Hop-Combo SCHWESS. Nach vielen Umwegen kommt sie schließlich 2007 nach Hamburg und arbeitet bei UDO LINDENBERG als Texterin. Lindenberg war es am Ende auch, der sie bestärkte, nach 25 Jahren im Musikzirkus auch endlich mal ein Soloalbum zu machen. „Achtung Überlebensgefahr“ heißt die Langrille, die jetzt mit der momentan üblichen Corona-Verzögerung auf die 2018er EP „Liebe in Zeiten der Apokalypse“ folgt.

„Achtung Überlebensgefahr“ ist eine Platte, die die Widersprüche des Lebens ins Visier nimmt. Serviert wird Gitarrenmusik mit einer guten Prise Hip-Hop und Reggae sowie Texten, die liebevoll auf den Punkt kommen. So stellt der Opener „Achtung bidde!“ etwa die These auf, dass wir womöglich alle überleben und fordert dazu auf, den pinkfarbenen Fluchtsymbolen zu folgen und Herzen an die Mauern zu malen. Im Anschluss wird äußerst tiefenentspannt die „Revolution“ aus Teenagersicht ausgerufen. „Wer ist das Volk?“ ist ein bläsergetriebenes Liebeslied an die Demokratie, das passend zum Tag der Einheit als zweite Single ausgekoppelt wurde. Der erste Vorabgruß war Ende August das cool groovende „Kannst du mich hören“ und mit „Hallo Selbstmitleid“ seziert SCHWESSI schmerzhaft genau die Lebenswelt einer alleinerziehenden Mutter – so wie sie selbst eine ist. Derweil plädiert „Alles geht“ mit lässigen Beats für Diversität, Empathie und Toleranz, bevor die Wahl-Hanseatin mit „Kopf oder Zahl“ angriffslustig den Stand der Emanzipation feststellt und ehe „Ich bin so frei“ mit eingängigen Pop-Melodien vom Dilemma berichtet, dass die mühsam errungene Emanzipation auf Wolke 7 flöten geht. Das smoothe „Die politisch nicht korrekte Libido“ stößt ins gleiche Horn, während die gefühlvolle Ballade „Ohne Worte“ die eigentlich perfekte Beziehung feiert, die sich hartnäckig dagegen wehrt, perfekt zu sein.

SCHWESSI hat in ihrem Leben schon viel erlebt. Bezeichnet sich selbst gar als therapiesüchtig. All das spiegelt sich auch in ihren bittersüßen Texten wider. Man spürt ihren rebellischen Geist, hat Spaß an ihrem Wortwitz, findet sich in bisweilen auch in ihrer provokanten Ehrlichkeit wieder. Die Musik dazu ist abwechslungsreich; es groovt ordentlich auf „Achtung Überlebensgefahr“, der eingängige Mix aus Pop, Reggae, Hip-Hop und Funk geht ins Ohr und wird mit einer angenehm warm-kratzigen Stimme vorgetragen.

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