Band Filter

SCREAM SILENCE - Saviourine

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SCREAM SILENCE
Title Saviourine
Homepage SCREAM SILENCE
Label PLAINSONG RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.5/10 (2 Bewertungen)

Mit „Saviourine“ legen SCREAM SILENCE im Jahre 2006 ihren fünften Longplayer vor und begehen damit weiter den Weg ihrer schon mit „Seven Tears“ und „Elegy“ begonnenen Seelentrilogie. Während der Arbeit am Album entstanden insgesamt 23 Songs, deren Crème de la Crème von 11 Exponaten es jetzt auf „Saviourine“ geschafft hat und dem Album eine Gesamtlänge von knapp 57 Minuten verleiht.

Herausgekommen ist ein Werk, welches wieder einmal sehr typisch für SCREAM SILENCE ist und für Qualität pur steht. Die Songs wie beispielsweise die Vorabsingle „Creed“ reihen sich wie Perlen einer Kette nahtlos aneinander und bilden insgesamt eine sehr schöne Einheit. Mit „Saviourine“ hält der Hörer endlich mal wieder eine Platte in den Händen, auf die er sich von vorne bis hinten freuen kann. Kompositorisch findet sich im Grunde kein schwaches Lied auf dem Silberling, im Gegenteil – SCREAM SILENCE setzen hier auf das, was sie einfach am Besten können: richtig guten stringenten Gothic Rock!! Das schöne ist, dass sie dabei niemals langweilig klingen, denn Mastermind Hardy Fieting und seine Kreativtruppe verstehen es, die gesamte Klaviatur des Gothic-Rocks auszuloten und scheuen auch nicht vor dem Einsatz synthetischer Hilfsmittel zurück, welche dem Album gerade die Atmosphäre verleihen, die es benötigt. Hier wechseln sich in einem sehr ausgewogenen Verhältnis elektronische Klänge und der eingängige, melodische und eben auch typische SREAM SILENCE-Sound ab, der den Hörer dazu verleitet, eben nicht wie bei anderen Platten mal einen Track weiterzuklicken, sondern stattdessen konzentriert weiter zu hören. Dennoch merkt man der Veröffentlichung an, dass die Deutschen, auch wenn sie auf ihrem Konzept beharren, innerlich stark gereift sind. Die Songs präsentieren sich einfach selbstbewusst und eben in meinen Augen genau richtig und punktgenau akzentuiert. Mit diesem Album in der Tasche können die Jungs nun getrost abwarten, was sich 2006 so ergibt, denn dass man an ihnen auf dem einen oder anderen Festival begegnen wird, steht im Grunde außer Frage.

Allein „Narrowness“, der Opener der Platte, lädt durch seine wunderschöne Melodiefolge, die klangvollen Violinenparts und die melancholische Atmosphäre, welche maßgeblich von der Stimme des Sängers getragen wird, zum Träumen ein. Dies zieht sich weiter bis zum zweiten Stück „Finite State“, welches den Hörer mit den Gitarrenparts aus der „Lethargie“ reißt und wesentlich härter zur Sache geht. „Homecoming“ schlägt dann wieder ähnliche Töne wie der Opener an und überzeugt vor allem durch schöne Melodien und den vielfältigen Gesang. Die Single-Auskopplung der Platte „Creed“ beweist denn, dass die Mannen um Hardy Fieting nicht nur mit den Gitarren gut umgehen können, sondern auch die Kunst der Synthies und Samples gut beherrschen. Das Stück ist ein absolutes Brett und wird mit Sicherheit auf Konzerten für heftiges Kopfnicken sorgen! Das folgende Lied „Verity“ klingt dann zunächst wieder ruhiger und beweist nur einmal mehr, dass SCREAM SILENCE es in absolut exzellenter Weise verstehen, die Spannungsbögen der verschiedenen Parts ihrer musikalischen Komponenten auszuloten und dabei noch einen intelligenten Melodiesatz vorzulegen, der seinesgleichen sucht. SCREAM SILENCE at it´s best! Bei „Nonentity“ geht es zunächst wieder ruhiger, ja fast schon balladesk zu, um dann mit voller Breitseite den Zuhörer in Erstaunen zu versetzen. Auch hier kann man nur den Hut ziehen und sagen “Kompliment!“, denn was die Jungs hier abliefern, ist allererste Sahne!

Mit „The Void“ und „Lie the upcoming coldness while you´re drowning in yourself and try to gasp“ (…) folgen auf der CD zwei wunderschöne Balladen, die einen wieder an den Beginn der Platte zurückführen und für mich die beiden zentralen Stücke des Albums bilden. Hier sind zwei Perlen entstanden, von denen man nicht genug bekommen kann. Atmosphärisch werden die Lieder fast bis zur Unerträglichkeit ausgereizt und nehmen einem schier die Luft, denn hier springt der Funke absolut über… Klar, dass sich an diese „Ruhephase“ ein Hammer anschließen muss, der die Leute richtig wachrüttelt, was den Berlinern mit „Beloved sweet curse“ denn auch gelingt, der diese Stimmung mit in den nächsten Song „The fright“ rübernimmt. Dieser Song ist zwar langsamer als sein Vorgänger, aber trifft darum nicht weniger den Nerv des Hörers. Auch hier bekommt man wunderschönes Songwriting geliefert und kann sich einfach der Struktur des Liedes nicht entziehen. „Yon“ bildet den Abschluss der Platte und schließt den Kreis, dass es auch im nachhinein eine wahre Freude ist, das Album in seiner Gesamtheit betrachten bzw. hören zu können. Hier ist noch mal Melancholie pur angesagt und man wird regelrecht in einen Mahlstrom gezogen, der unerbittlich jedes Quäntchen an Atmosphäre wiedergibt, das sich in diesem Stück verbirgt.

Kurz (oder eher lang) und gut: Die Platte wird absolut keinen SREAM SILENCE-Fan enttäuschen, ganz im Gegenteil. Aber auch Leute, denen die Band bis dato unbekannt gewesen sein sollte (wenn das überhaupt möglich ist), werden dem hier abgelieferten Werk den erforderlichen Tribut zollen müssen. Und womit? Mit Recht!!! Ein absolut gelungenes Album, das Hoffnung macht und freudig in die Zukunft blicken lässt. Oder mit den Worten der Plattenfirma gesprochen: „Quality never goes out of style!“

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

SCREAM SILENCE - Weitere Rezensionen

Mehr zu SCREAM SILENCE