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SEBASTIAN HACKEL - Tageszeitenkurier

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Artist SEBASTIAN HACKEL
Title Tageszeitenkurier
Homepage SEBASTIAN HACKEL
Label WELCOME HOME MUSIC
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

Wenn SEBASTIAN HACKEL allein auftritt, braucht er nur einen alten Stuhl und seine Akustikgitarre. Noch nicht mal Schuhe sind vonnöten, denn der Wahl-Dresdner läuft am liebsten barfuß. Im Herbst 2011 erschien sein Debüt „Kreideblumen“ und mit seinem Auftritt bei „Inas Nacht“ präsentierte er seinen Song „Warum sie lacht“ einem Millionenpublikum.

Die Nummer findet sich auch auf dem zweiten Silberling „Jahreszeitenkurier“ wieder und auch wenn ich glaube, dass der blonde Dreadlocks-Träger keine Hasen, sondern Kaninchen mitten in der Stadt gesehen hat, ist das Lied immer noch einfach sehr schön. Die Hasen reimen sich aber auch viel besser und haben jetzt erstmals Besuch von einer Band, die den 24-jährigen Musiker unterstützt. Der erzählt immer noch kleine, oft melancholische Geschichten, die jedoch dank der dezenten zusätzlichen Instrumentierung noch mehr Tiefe erhalten haben. Es sind unaufgeregte Melodien, gepaart mit nachdenklichen Texten, die zum Zuhören einladen und mitnehmen auf eine Reise in die Welt des SEBASTIAN HACKEL, der von seinen Bildern im Kopf und Erlebtem erzählt. Das kann „Hier“ sein oder auf dem „Laufband“. Es lohnt sich definitiv, den anspruchsvollen Lyrics Aufmerksamkeit zu schenken, doch auch die abwechslungsreichen Arrangements haben es in sich. „Woanders verändert“ zeigt sich mit temperamentvollen Pianoakkorden recht extrovertiert, während die Akkordeonklänge von „Aus Versehen“ wieder leisere Töne anschlagen. „Soll die Welt sich“ gefällt mit viel Tempo und rockigen Anwandlungen, bevor „Schlimm“ aufs Wesentliche reduziert wird und „Regencapes und Klebeband“ sich erneut in Midtempo-Gefilde aufmacht. Beschwingt schließt sich „Bis hierhin ist das schön“ an, um abermals auf akustischen Minimalismus zu setzen: „Lieber als mich“ und „Vom Wetterteil die Texte“ gehören in diese Kategorie ebenso wie „Wir sind“, ehe das Titellied „Tageszeitenkurier“ sachte groovt und nach einer kleinen Pause noch „Ein Elefant“ als Hiddentrack zum Schmunzeln einlädt – oder wahlweise auch als Schlummerlied für den Nachwuchs verwendet werden kann.

Ursprünglich hat SEBASTIAN HACKEL mal als Schlagzeuger angefangen. Deutsche Texte und die Akustikgitarre stehen ihm jedoch deutlich besser und das fand wohl auch TOM LIWA, der ihn entdeckt und gefördert hat. Mit „Tageszeitenkurier“ zeigt der ausgebildete Erzieher gemeinsam mit Willi Sieger (Tasten, Gesang & Arrangements), Laurenz Karsten (E-Gitarre & Arrangements), Julius Kraft (Drums & Arrangements) und Toralf Schrader (Bass, Gesang & Arrangements) eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht ganz schnell rumspricht.

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