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SECRETS OF SIN - Fairytales

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Artist SECRETS OF SIN
Title Fairytales
Homepage SECRETS OF SIN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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3.5/10 (2 Bewertungen)

Es waren einmal sechs junge Musiker, die sich zusammen fanden, um mit ihrer Musik ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Ausgesandt aus dem „Königreich“ Biberach fügten sie seit dem Jahre 2007 sieben Instrumente zusammen, eines für jede Sünde, um sich fortan SECRETS OF SIN zu nennen. Auf ihren Wegen trafen sie auf den Zauberer Joki Schalle von SEMTEX, welcher ihre Klänge auf eine silberne Scheibe bannte und mit der sie weiter durch die Lande zogen. Auf den Namen „Fairytales“ getauft verbreitet die Scheibe nun die ersten drei Botschaften der Sechs aus dem Schwabenland.

„Soldier’s Destiny“ eröffnet die 3-Track-EP und bläst dem Rezipienten direkt skandinavischen Wind um die Ohren. Mit Keyboarduntermalung und toller Saitenarbeit schinden die Jungspunde am Anfang gleich mächtig Eindruck; die klaren Leads ziehen sich wunderschön durch das durchdachte Songgeflecht und der Wechselgesang von Gitarrist und Sänger Robert mit seinem weiblichen Pendant Teresa wirkt ebenso ziemlich stimmig. Herbe Drumsalven treiben die Nummer an, doch richtig Feuer bekommt die Nummer vor allem durch die sehr, sehr versierte Arbeit an den Stromgitarren, für die sich neben jenem Robert auch noch Niklas verantwortlich zeigt. Starker Beginn, der den Fall bei Titel Numero zwei, „Silent Death“, jedoch umso tiefer erscheinen lässt. Zwar zeigt sich die Instrumentenfraktion auch hier wieder extrem stark und talentiert, die symphonische Klänge harmonieren bestens mit dem zwischen Folk- und Death Metal tänzelnden Riffing und der Arbeit an dem Schlagwerk, doch bei den Strophen zu Beginn der Komposition offenbaren sich leider unüberhörbar die stimmlichen Defizite von Sängerin Teresa. Dünn, wackelig und leider nur selten mit Punktladung auf dem richtigen Ton trällert sie die an sich schöne, basslastig untermalte Melodie, was darum umso unglücklicher wirkt. Verständlich, dass man ihr eigene Parts in den Songs einräumen möchte, doch so stellt man sie leider schonungslos in die Schussbahn der Kritik. Besser kommt das ganze schon, wenn sich wie bereits im Opener der stimmlich stärkere Robert dazu gesellt. Zusammen ergibt sich ein schöner Kontrast, der so manchen Fehltritt auch charmant überspielt. So ist es dann auch beim abschließendem „Blind“ vor allem das tolle Songwriting und das wirklich hervorragende Gespür für absolut bezaubernde Melodien, die SECRETS OF SIN zu einer hochinteressanten, aufstrebenden Truppe macht. Melancholie und Gefühl ringen mit Kraft und Verbissenheit in der ziemlich progressiven Nummer, die wirklich zu fesseln versteht. Die Leads lassen einen förmlich dahin schmelzen, würden einen der kernige Bass und das drückende Drumming nicht wieder in Form prügeln. Dazu kommen die stets richtig dosierten elektronischen Arrangements, die die Nummer nach unterhaltsamen 7 Minuten noch einmal so richtig auf touren bringen lässt. Episch!

Beachtliche knapp 20 Minuten dauert das Debüt-Märchen „Fairytales“ von SOS, die damit absolut ihre musikalischen Fertigkeiten unter Beweis stellen. In einer für eine Eigenproduktion wirklich annehmbaren Qualität erklingt das beachtliche Liedgut, bei dem man nun eigentlich nur noch verstärkter darauf achten muss, aus der angesprochenen Not eine Tugend zu machen und weiter auf seine reichlich vorhandenen Stärken zu bauen. Dann endet auch dieses Märchen mit einem Happy End. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bangen sie noch heute.

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