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SECRETS OF THE SKY - To Sail Black Waters

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Artist SECRETS OF THE SKY
Title To Sail Black Waters
Label KOLONY RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

“To Sail Black Waters” ist das – bereits im Jahr 2012 aufgenommene – Debütalbum der aus Oakland in der legendären Bay Area stammenden Formation SECRETS OF THE SKY, welches erst jetzt über das italienische Label Kolony Records weltweit erschienen ist. Gut Ding will Weile haben, sagten sich wohl die beiden Gründer und Multiinstrumentalisten Chris Anderson und Clayton Bartholomew, und so dauerten die Zusammenstellung des heutigen, sechsköpfigen Line-Ups und die Aufnahmen mehrere Jahre an. Dafür schwärmt der Promo-Waschzettel nunmehr von Hymnen zwischen AGALLOCH, ISIS, OPETH und THE OCEAN.

Solch schamloses Oberliga-Namedropping schraubt natürlich die Erwartungen an „To Sail Black Waters“ in Schwindel erregende Höhen. Was dann da jedoch aus den Boxen schallt, erinnert tatsächlich zu Beginn an eine düstere und nicht ganz so verspielte Variante des letztgenannten Kollektivs. Beeindruckend ist hierbei zunächst vor allen Dingen der extrem wuchtige und voluminöse Sound, zusammengeschraubt von Juan Urteaga, der bereits Acts wie MACHINE HEAD und TESTAMENT zu amtlichem Donnerhall verholfen hat. Das weiß zu gefallen, und passend dazu feuern SECRETS OF THE SKY auch im weiteren Verlauf des vier Songs mit insgesamt 41 Minuten Spielzeit umfassenden Albums ein amtliches Sperrfeuer an Down-Tempo-Riffs zwischen tiefschwarzem Doom und avantgardistischem Post-Metal ab. Abgerundet werden diese von breiten, aber angenehm unaufdringlichen Keyboards und geschickt und dezent eingestreuten Akustik-Parts. In seiner erstaunlich hohen Qualität echten Seltenheitswert haben allerdings besonders die Vocals von Garett Gazay, der ein umfassendes Spektrum von Black Metal-Gekrächze, tiefen Death Growls und auch cleanem, manchmal gar an ICS Vortex erinnernden Wohlklang bedient, wobei keine dieser Spielarten in irgendeiner Weise aufgesetzt oder bemüht klingt, so dass man beinahe glauben könnte, man hätte es hier mit mehreren Sängern zu tun. Einziger Schwachpunkt des Albums ist für mich, dass die vier epischen, und, für sich genommen, allesamt starken Tracks auf irgendeine subtile Weise nicht wirklich eine homogene Einheit bilden. Ein Umstand, der bei mir eine leichte Nervosität nach dem Hörgenuss zurücklässt und möglicherweise dem sich über viele Monate hinziehenden Entstehungsprozess des Songmaterials geschuldet sein kann. Dafür ist jedoch besonders das abschließende „Black Waters“ eine mehr als amtliche Dampfwalze, die definitiv Hunger auf mehr macht.

Fazit: „To Sail Black Waters“ ist ein in (fast) allen Belangen überdurchschnittlich gutes Debüt einer vielversprechenden Band, die ohne Zweifel im Stande ist, den geneigten Freund tonnenschwerer und dennoch vielseitig arrangierter Musik in den Bann zu ziehen. Der Winter kann kommen.

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