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SECTION 37 - Legion

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Artist SECTION 37
Title Legion
Label AESTHETIC DEATH RECORDS
Leserbewertung
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SECTION 37 oder wie sie auf ihrem hier vorliegenden zweiten Album als SECT 37 betitelt werden lassen wirklich alles offen. Weder eine eigene Homepage noch ein Facebook-Account existieren. Und das englische Plattenlabel Aesthetic Death Records, auf dem beide Alben verlegt wurden, verrät auch nichts. Nur das Booklet offenbart zwei Namen: Stuart J. Harris und John W. Frost. Mehr aber auch nicht. So bleibt also viel Raum für Spekulationen.

Wie schon das 2011er Debüt „The Kudos of Serial Killing“ befasst sich „Legion“ ebenfalls thematisch mit Serienmördern. Bei dem Hang zu diesen menschlichen Abgründen stelle ich mal die Annahme auf, der Name der Formation bezieht sich auf den Mental Health Act 1983 des britischen Parlaments. In dessen Section 37 geht es um die Behandlung von schweren Straftätern und die Alternativen psychisch gestörter Personen zum gewöhnlichen Strafvollzug. Würde zumindest vom Thema her passen.

Aber kommen wir zur Musik. Hier wird es nicht weniger leicht. Die Ausrichtung des Albums ist schier endlos experimentell. Von ruhigen Ambient-Stücken über Old-School-EBM, Spoken Words, Synthy-Pop bis hin zum zu reinen Klangexperimenten findet sich hier beinahe alles, was irgendwie elektronisch aufgearbeitet werden kann. Auch die Stimme variiert immens. Von Homogenität fehlt jede Spur. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, findet in diesem Gewirr aber durchaus auch einige hörbare Tracks. Vor allem die ruhigeren Stücke wie „Sitting in the dayroom“, „What did you do in the war, Daddy?“ oder „Thrill Killer“ sind wirklich gelungen. Ich lehne mich jetzt einmal ganz weit aus dem Fenster und erahne da sogar eine Ähnlichkeit zu EDWARD KA-SPEL und seinen THE LEGENDARY PINK DOTS.

„Legion“ ist durchaus ein empfehlenswertes Album und zumindest stellenweise eine echte Bereicherung der Plattensammlung. Allerdings ist der kontinuierliche Konsum vor allem bei der langen Spielzeit nicht unanstrengend. Und wie bei allen experimentellen Alben braucht auch „Legion“ viel Zeit, um sich damit anzufreunden. Aber wer sich die nimmt, kann auch belohnt werden. Mit jedem Umlauf im Player gefallenen einige Stücke mehr und mehr.

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