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SEETHER - Holding On To Strings Better Left To Fray

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Artist SEETHER
Title Holding On To Strings Better Left To Fray
Homepage SEETHER
Label WIND UP
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Ursprünglich stammen SEETHER bekanntermaßen aus Südafrika. Dort haben sie noch unter dem Namen SARON GAS vor elf Jahren ihr erstes Album „Fragile“ veröffentlicht, das allerdings auch nur dort erhältlich war. Schließlich zogen die beiden Gründungsmitglieder Shaun Morgan (Gesang & Gitarre) sowie Dale Stewart (Bass & Gesang) jedoch in die USA, holten den Drummer John Humphry ins Boot und veröffentlichten 2002 mit „Disclaimer“ gleich einmal ein Album, das es in den Staaten bis an die Spitze der Charts geschafft hat. Mit ihrem eingängigen Post Grunge trifft der Dreier, der in der alten Heimat immer noch eine große Nummer ist, eindeutig den Mainstream-Geschmack der Amis und insbesondere mit ihrem fünften Studioalbum „Holding On To Strings Better Left To Fray“ dürften sich SEETHER in sämtlichen US-Radiostationen einnisten.

Die Herrschaften haben nämlich einiges an Ecken und Kanten verloren und präsentieren sich auf rockigem Kuschelkurs. Oder wie es Fronter Shaun Morgan beschreibt, konnte er sich erstmalig unter dem Produzenten Brendon O’Brien gesanglich so entfalten, wie er es sich schon länger gewünscht hatte. Heißt konkret: Mehr klarer Gesang und weniger Geshoute und Gebrülle. Wobei das im Falle von Shaun Morgan glücklicherweise nicht bedeutet, dass der werte Hörer plötzlich irgendein dünnes Stimmchen vorgesetzt bekommt. Insgesamt kommt die Band den großen Brüdern aus Kanada allerdings deutlich näher: NICKELBACK lassen grüßen, aber das muss ja nun auch nicht unbedingt schlimm sein, wenn man seine Portion Rock denn hübsch verpackt mag. So startet der Silberling mit „No Resolution“ auch ebenso knackig wie glatt gebürstet und mit „Here And Now“ können die Jungs die Damenwelt in vermutlich jedem Stadion ihrer Wahlheimat in Verzückung bringen. Die Vorabsingle „Country Song“ trifft es inhaltlich nicht ganz, denn abgesehen von ein paar countryesken Gitarrenriffs am Anfang bewegen sich SEETHER in bekannten Mainstream-Gefilden. Mit „Master of Disaster“ schlägt das Trio ruhigere Töne an, um bei „Tonight“ ein paar Alternative-Ideen einzubauen. Eindeutig zu schmachtend ist „Pass Slowly“ ausgefallen. Zu dem Track können sicherlich vortrefflich Feuerzeuge geschwenkt werden, ansonsten ist die Nummer jedoch komplett überflüssig. Dann doch lieber 08/15-Rock-Schablonen wie sie „Fade Out“ oder „Down“ bieten, da weiß man was man hat und erleidet nicht unversehens einen Zuckerschock. Diesbezüglich wandelt „Roses“ gefährlich nah an der Klippe, kann sich im letzten Moment aber immer noch mit ein paar krachenden Langaxt-Akkorden vor dem Absturz retten. „Desire For Need“ treibt dann noch mal energisch nach vorn, bevor mit „Forsaken“ der kuschelig-kratzige Abschluss kommt.

Es ist nicht alles Gold, was auf „Holding On To Strings Better Left To Fray” glänzt. Schon gar nicht beweisen SEETHER die angekündigte dynamische Entwicklung. Sie machen halt soliden Ami-Rock, den man abgesehen von ein paar Kitsch-Attacken aber manchmal auch durchaus hören kann. Als Begleitung bei längeren Autofahrten machen sich die Herrschaften beispielsweise ziemlich gut. Dabei kann man sich dann bestens einbilden, nicht auf irgendeiner bundesdeutschen Autobahn, sondern auf der Route 66 unterwegs zu sein. Und aus den Boxen schallt keine CD, sondern die Mucke irgendeines Ami-Radiosenders.

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