Band Filter

SEIGMEN - Enola

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SEIGMEN
Title Enola
Homepage SEIGMEN
Label INDIE RECORDINGS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Da veröffentlichen SEIGMEN zunächst mal sieben Platten in sechs Jahren und fallen dann in einen 18-jährigen Dornröschen-Schlaf. Okay, zwischendrin gab es mal ein Live-Album und untätig waren Kim Ljung, Alex Møklebust und Noralf Ronthi zwischenzeitlich auch nicht, schließlich hoben sie 1999 gemeinsam mit dem inoffizielle SEIGMEN-Mitglied Erik Ljunggren und den Amerikaner Chris Schleyer die allseits bekannte Synth-Rock-Formation ZEROMANCER aus der Taufe. Jetzt aber melden sich SEIGMEN mit „Enola“ zurück und knüpfen nahtlos an ihr zumindest in der Heimat Norwegen erfolgreichsten Longplayer „Metropolis“ an.

Anno 2015 wird wieder in der Muttersprache gesungen, was dafür sorgt, dass unsereins die Texte eher als Lautmalerei wahrnimmt, was in letzter Konsequenz aber völlig okay ist. Im Übrigen kommt „Enola“ komplett ohne elektronische Spielereien aus und schon die vielversprechende Vorab-Single „Hva vi elsker“ lässt erahnen, dass sich das Warten gelohnt hat. Gedankenvoll und mit einer guten Portion Melancholie wartet auch „Trost“ auf, ehe „Forevig of alltid“ mitsamt cooler Streicher-Parts seine Ohrwurm-Qualitäten unter Beweis stellt. Das knackige „Utopia i mine armer“ hat ebenfalls das Zeug zum Alternative-Dark-Rock-Hit, während „Til verdens ende“ die komplexere SEIGMEN-Seite zum Vorschein bringt. Das sieben Minuten lange „Tenn alle lys“ hätte in seiner schwermütigen Slow Motion durchaus ein wenig gestrafft werden können, denn das großartige Finale lässt an dieser Stelle doch ein bisschen auf sich warten. „Deus“ lässt den Krachlatten erneut mehr Raum zur Entfaltung, bevor das monumentale „Monokrom“ auf die dunkle, leise Welt der Skandinavier verweist. „I mitt hus“ nimmt abermals in düsteren Gewässern Fahrt auf, ohne jedoch in unnötige Hektik zu verfallen. Wer 18 Jahre nicht gemeinsam im Studio war, lässt sich schließlich nicht gern hetzen. In diesem Sinne beschließt auch das vielschichtige „Hvit stjerne hvit stoy“ den Comeback-Silberling.

In Norwegen waren SEIGMEN eine der wichtigsten Bands der Neunziger, hierzulande machten sich die Herrschaften beispielsweise als Support für PARADISE LOST, THE GATHERING und LACUNA COIL zumindest in gut informierten Szene-Kreisen einen Namen. Mit „Enola“ hat der Fünfer genau die tiefgründige, dunkelschöne Musik im Gepäck, die es braucht, um an alte Erfolge anzuknüpfen und auch bei uns endgültig durchzustarten. Live-Gigs wären dazu ebenfalls bestens geeignet, doch dafür stehen leider außerhalb Norwegens noch keine Termine fest.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu SEIGMEN