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SEINABO SEY - Pretend

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Artist SEINABO SEY
Title Pretend
Homepage SEINABO SEY
Label UNIVERSAL
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Als Kind wollte SEINABO SEY, Tochter einer Schwedin und eines Gambiers Rechtsanwältin werden – quasi als Abgrenzung zu ihrem Vater, der in seiner Heimat ein erfolgreicher Sänger war. Letztlich hat dann doch die Musik gesiegt und das Ergebnis trägt den Namen „Pretend“. So heißt nämlich das Debüt der 25-jährigen, die jedoch bereits vor zwei Jahren mit ihrer Single „Younger“ (und dem Remix des norwegischen DJ-Superstars KYGO) für Furore sorgte. Dieser temperamentvolle Song handelt vom Wunsch, insgeheim doch Sängerin zu werden – ein Begehren, das seine Erfüllung gefunden hat.

Seinabos Erstling ist ein in Soul getränktes Pop-Album, das es gern etwas düsterer und schwermütiger mag, man beachte in diesem Zusammenhang den Titeltrack „Pretend“, während ihr (und mein) persönlicher Favorit, das beschwingte „Hard Time“ an MOBYs „Play“-Zeiten erinnert und das minimalistische „Easy“ auf eine prägnante Rhythmusfraktion und den ausdrucksstarken Gesang der Hauptakteurin setzt. Federleicht und beschwingt erzählt „Words“ von der einstigen Schüchternheit der Sängerin, die mit dem souligen „Sorry“ auf den schwermütigen Pfaden von LANA DEL REY wandelt. Derweil dominierten elektronische Beats das schmissige „Who“, bevor das perlende „Still“ von einem Piano getragen wird und „You“ pumpende R’n’B-Sounds offeriert. Dank „Ruin“ empfiehlt sich die Stockholmerin als kommenden Soul-Diva, bevor das dem verstorbenen Vater gewidmete „Burial“ mit einem gewissen Maß an Pathos, dramatischen Streichern und melancholischen Klavierakkorden zu Herzen geht. Als Bonus gibt es mit „Pistols At Dawn“ noch mal Dark-Soul vom Feinsten, ehe die zweite Zugabe „River“ den schummrig-schönen Reigen temporeich enden lässt.

Keine Frage, in SEINABO SEY schlummert eine dunkle Seele, die sie mit „Pretend“ auf dem musikalischen Weg ganz hervorragend nach außen kehrt. Mit diesem Soundtrack im Gepäck kann der November mitsamt Herbst-Depression kommen und ich bin mir sicher, dass wir von dieser talentierten Damen noch einiges zu erwarten haben – wie gut, dass sie sich nicht für die trockene Juristerei entschieden hat und lieber ihrem Herzen gefolgt ist.

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