Band Filter

SELIG - SELIG macht SELIG

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SELIG
Title SELIG macht SELIG
Homepage SELIG
Label FERRYHOUSE
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Eigentlich wollte ich in der kommenden Woche das Osnabrücker SELIG-Konzert im Rosenhof besuchen. Doch daraus wird nichts, denn das Corona-Virus hat Deutschland fest im Griff und das öffentliche Leben fast nahezu zum Erliegen gebracht. SELIG auf Tour? Ja, das wären Jan Plewka (Gesang), Christian Neander (Gitarre), Leo Schmidthals (Bass), Stefan „Stoppel“ Eggert (Drums) und Malte Neumann (Keys) eigentlich, um ihr jüngsten Album „SELIG macht SELIG“ vorzustellen.

Wobei – eigentlich ist das gar kein SELIG-Album im engeren Sinne, denn auf dem Silberling interpretieren andere Bands Songs von SELIG. Im Wesentlichen die Lieder des selbstbetitelten 1994er-Debüts. Da sorgen MADSEN beim Opener „Wenn ich wollte“ für das ihnen eigene Rockbrett, während PHILIPP POISEL „Ohne Dich“ auf herzzerreißende Weise aufs Klavier überträgt. Ein Highlight ist zweifelsohne auch das Duett zwischen OLLI SCHULZ und JAN PLEWKA. „Die Besten“ spielt 20 Jahre später in einer Bar, in der sich die beiden zufällig treffen und Jan auf die Frage-Salven von Olli nur mit (übrigens echtem) Stammeln antworten kann. Wie SELIG auf Kölsch klingt, bringt WOLFGANG NIEDECKEN von NIEDECKENS BAP mit „Glaub mir“ zu Gehör und mit den MILLIARDEN bekommt der „Sie hat geschrien“-Remix eine elektronische Färbung, wohingegen PICTURES der Nummer rockiges Seventies-Appeal verpassen. Die 17 HIPPIES sorgen derweil bei „Regenbogenleicht“ mit Bläsern und Streichern für eine dezente Balkan-Note. Aber nicht nur Stücke des Erstlings haben ein neues Gewand bekommen! JOHANNES OERDING verzuckert „Sie zieht aus“ vom dritten Longplayer „Blender“ aus 1997 mit zartem Schmelz und POHLMANNs Piano-Version von „Bruderlos“ (ursprünglich 1995 auf „Hier“ erschienen) ist herzerweichend schön. Von der gleichen Platte stammt „Ist es wichtig“, das von LISA WHO ein sphärisches Pop-Gewand bekommen hat. Am Ende spielen SELIG selbst dann „Die Besten“ noch mal live im Grünspan und BENJAMIN VON STUCKRAD-BARRE beweist, dass der Text von „Die alte Zeit zurück“ auch als Kurzgeschichte funktioniert.

Der letztgenannte Track wurde 2009 auf der Reunion-Scheibe „Und endlich unendlich“ veröffentlicht und markierte die wohl erfolgreichste Wiedervereinigung einer deutschen Rockband. Jetzt feiern SELIG das silberne VÖ-Jubiläum ihres vergoldeten Erstlings mit den verschiedensten musikalischen Freunden, von denen der eine oder andere auch auf der abgesagten Konzertreise mit von der Partie gewesen wäre. Ein paar Nachholtermine soll es noch im Juni/Juli geben und im kommenden Winter gehen SELIG dann hoffentlich unbeschadet von irgendwelchen Viren und anderen Unwägbarkeiten auf Tour, um ihr bereits angekündigtes achtes Studioalbum vorzustellen. Die Termine stehen schon fest und ich habe somit bereits den 19.02.2021 rot in meinem Kalender eingetragen und vertreibe mir die Zeit bis dahin mit „SELIG macht SELIG“ und den unzähligen grandiosen Songs, die die Hamburger selbst performen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

SELIG - Weitere Rezensionen

Mehr zu SELIG