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SELIG - Und endlich unendlich

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Artist SELIG
Title Und endlich unendlich
Homepage SELIG
Label VERTIGO/ UNIVERSAL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.6/10 (30 Bewertungen)

„Und all die Bands, die du gegründet hast, was wurde aus denen?“

Manche haben sich in Rauch aufgelöst, wieder andere wurden zur Legende und SELIG? Ja SELIG haben sich ganz einfach reformiert. Eine Art Sensation, die möglicherweise nicht zum neumodischen Hype taugt, dafür hat die Truppe um Jan Plewka seit jeher zu viel Eigenwilligkeit und Stil bewiesen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich zu SELIG Mark I-Zeiten noch nicht zu den glühendsten Verehrern der Deutsch Rock-Truppe zählte und erst mit den „Nachfolge-Organisationen“ ZINOBA/ TEMPEAU Feuer fing. Trennbar ist dieses große weite Plewka/ Eggert-Universum ja sowieso nicht, zu sehr sind die Trademarks in allen Projekten erkennbar. Liegt der Schwerpunkt bei TEMPEAU eher im Bereich Punk (Attitüde/ Rotzigkeit), könnten einige der endlich unendlichen Kompositionen durchaus auch auf einem ZINOBA-Album vorstellig werden. Nur würde dann die breite Masse unberechtigterweise weniger Notiz nehmen.

Nach einem etwas unspektakulären Einstieg folgt mit „Wir werden uns wiedersehen“ gleich das erste Highlight. Eins von diesen wunderbaren Liebesliedern, die trotz weitestgehender Abwesenheit von Sentimentalitäten ein leichtes Zucken in den Augenwinkeln auslösen. Wunderschöner Refrain. Danach stellt sich die Single „Schau Schau“ vor, die sicherlich mit Bedacht auserwählt wurde und strukturell stark an ZINOBAs „Ein Tag“ erinnert. Alsdann geht das Wechselspiel von unprätentiösen, gefühlvollen Liedern (Ich scheue davor zurück, den Begriff „Balladen“ in den Mund zu nehmen) und Uptempo-Nummern weiter. Gerade bei letzteren wird überdeutlich, dass SELIGs musikalische Wurzeln im Seventies Rock (mit ein paar Prog- und Blues Einsprengseln) liegen. Der „warme“ Sound ergänzt diesen Eindruck perfekt. Die Texte scheinen stark autobiographisch geprägt, der Hang zur Melancholie ist im selben Maße allgegenwärtig wie die Lust an sprachlichen Bildern. „Die alte Zeit zurück“ etwa erweist sich als ebenso offene wie gnadenlose Abrechnung mit Idealen im Kaleidoskop abgerissener Kalenderblätter. Bei „Ich bin so gefährdet“ klingt Jan ein wenig wie Udo, schnodderig und verletzlich zugleich. Mit „Ich dachte schon“ kommt natürlich auch wieder der gute alte RIO REISER ins Spiel, bevor „Du siehst gut aus“ vorangetrieben durch schnelle Drumschläge noch am ehesten in TEMPEAU-Gefilde vordringt. Inklusive SCORPIONS-Gedächtnis-Schrei am Ende.

Ein aufregend unaufgeregtes Album. Ein weises Album, das dennoch immer auf der Suche ist nach neuen Entdeckungen im Abenteuer Leben. Das um die Vergänglichkeit und den Verlust weiß, aber trotzig immer wieder aufsteht. Das nicht besser als die letzten Veröffentlichungen von Z und T geworden ist, aber ebenbürtig und damit besser als 99 Prozent der schwerfälligen Inlands-Konkurrenz. Über allem thront DIE Stimme. Ob nun Verkaufsvarianten mit Bonus DVD und Unisex T-Shirt nötig sind, weiß allein der Marketing Gott. Der eigentliche Kern der Sache ist unantastbar.

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