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SEPIA - Goodbye Tristesse

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Artist SEPIA
Title Goodbye Tristesse
Homepage SEPIA
Label NET MUSIC ZONE RECORDS
Leserbewertung
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7.4/10 (5 Bewertungen)

SEPIA wurden Ende 2004 gegründet und traten so die offizielle Nachfolge der recht bekannten MANTUS an, die in den vorangegangenen sechs Jahren ebenso viele Alben rausgehauen hatte. MANTUS, das waren die Geschwister Tina und Martin Schindler, die auch bei SEPIA wieder federführend am Start sind. Tina kümmert sich um den Gesang, während Martin den Bass zupft und für die Programmierungen zuständig ist. Außerdem mit im Boot: Peppe Scippione an den sechs Saiten und Markus Schmitz hinter der Schießbude.

Musikalisch sind SEPIA am ehesten zwischen Goth Rock und Nu Metal anzusiedeln. Zusammen mit dem Gesang von Frollein Schindler klingt das ein wenig wie INA DETER meets OOMPH! – was durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Während die ersten Akkorde von „Ich lebe“ kaum überraschendes bereithalten – es geht Richtung EVANESCENCE oder WITHIN TEMPTATION, schreckt man auf, wenn der Gesang ertönt. Der klingt weder nach Amy Hartzler noch nach Sharon den Adel, sondern leider eher hölzern. Vermutlich soll’s besonders cool rüberkommen, klappt aber dummerweise nicht wirklich. Fast ist es so, als wünschte man sich, dass der Titel „Keine Worte“ Wirklichkeit würde, aber möglicherweise muss man sich nur ein bisschen reinhören und dann wird das schon. Was die Herren an den Instrumenten da produzieren, ist ja durchaus okay, bittersüße Melodien treffen auf rhythmische Härte, aber die Texte lassen nicht nur in ihrer Darbietung, sondern auch inhaltlich zu wünschen übrig. „Moloch“ lässt dann langsam auch noch Langeweile aufkommen. „Himmel“ entlockt mir nur noch ein Kopfschütteln, könnte auch in einem „Gottesdienst in besonderer Gestalt“ gespielt werden. Irgendwie assoziiere ich mit der Sangeskünstlerin inzwischen auch Gemeindereferentinnen, die in ihrer Freizeit in christlichen Rockbands spielen und auch mal beim Kirchentag auftreten dürfen. Der Titelsong „Goodbye Tristesse“ kann mich nicht wirklich aus der vorausgeschickten Trostlosigkeit erlösen, immerhin startet „Königin“ mit einer interessanten Instrumentalisierung und sogar Tina gelingt es, ein wenig mehr Abwechslung in ihre Stimme zu legen. Davon bleibt bei „Paradies“ allerdings schon nicht mehr viel übrig. Klaviergeklimper läutet „Melancholie“ ein, hier verabschiedet sich die Vokalistin auch mal vom dunklen Timbre und findet zu einer Stimmlage, in der sie offensichtlich eher zuhause ist und die ihr viel mehr liegt. Warum dann bloß der ganze Krampf vorher? Vielleicht wäre es auch besser, wenn die Texte im weniger offenkundigen Englisch gehalten wären, dann könnte man über den einen oder anderen Mumpitz hinweghören und Stücke wie „Allein“ weniger kritisch beäugen. Auf der Zielgeraden kommen mit „Kein Morgen“ noch mal knackige Gitarrenriffs, die leider nicht so richtig zu den Gesangslinien passen wollen. „Was bleibt“ versucht es noch mal mit zuckriger Sentimentalität, retten kann der Track aber auch nichts mehr.

Nun denn, der Sound lässt sich recht ordentlich an, aber mit dem Gesang konnte ich mich einfach nicht anfreunden. Wie wäre es, wenn die Rollenverteilung innerhalb der Band noch mal überdacht würde? Vielleicht fehlt mir auch nur der Zugang, macht Euch am besten selbst ein Bild.

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