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SEPULTURA - Kairos

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Artist SEPULTURA
Title Kairos
Homepage SEPULTURA
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.1/10 (272 Bewertungen)

Vorneweg: SEPULTURA ARE BACK! Lest weiter unten, weshalb…

Die Brasil-Thrasher laufen ja seit dem Maxe-Abgang irgendwie nur noch unter ferner liefen und leben von ihrem bis zum Split verzapften Songmaterial (also alles bis 1996). Auch wenn die Alben mit Sänger Derrick Green alle ihre starken Momente hatten, so war das Ganze ab dem ersten Werk mit ihm („Against“ – 1998) viel zu Hardcore-lastig und zu weit weg vom bahnbrechenden Sound der Cavalera-Tage. Weder rabiater Thrash/ Death Metal, noch der experimentelle Sound von „Roots“ fand weiter Verwendung bei den „neuen“ SEPULTURA. Fans der alten Richtung fanden in der letzten Dekade bei Max‘ neuer Kapelle SOULFLY eher eine neue Heimat, deren letzte Alben sich ja wesentlich mehr nach SEPULTURA anhörten, wie jenige selber. Dazu gesellen sich ja mittlerweile auch CAVALERA CONSPIRACY (mit beiden Brüdern), die ebenfalls eher den ursprünglichen Weg der ehemaligen Exoten-Thrasher verfolgen. Somit bleiben von den glorreichen Anfängen nur noch Bassist Paulo und Gitarrist Andreas Kisser im Line Up, am Schlagzeug mittlerweile von Jean Dolabella angetrieben. Nun, bei dem mittlerweile 6. Album mit Derrick, kann man zu „Kairos“ vorausschicken, dass schon nach kurzem Reinhören klar ist, dass sich die Jungs auf alte Tugenden zurückbesonnen haben, und so traditionell nach 90er-SEPULTURA klingen, wie noch nie nach dieser immens erfolgreichen Zeit!

Back to the Roots? Nicht ganz, aber so viel wie bisher mit Green noch nicht. Weshalb man allerdings das Album mit dem eher unspektakulären „Spectrum“ beginnt, weiß ich ja nun nicht. Klassisches ‘Tura-Riffing und Drumming, allerdings sehr simpel und fast schon monoton. Wäre da nicht das wirklich schicke Solo… aber man erkennt schon am Grundsound die Rückbesinnung auf alte Stärken. Ob das an Produzenten-Guru Roy Z liegt? Der hat ja u.a. auch schon HALFORD zum besten PRIEST-Album seit „Painkiller“ verholfen! Mit dem Hammer-Titeltrack geht´s dann nämlich direkt zu „Chaos A.D.“! Also der Song könnte nun eeendlich mal wirklich auf besagtem Killerwerk stehen, da hört man sofort SEPULTURA und sonst nix bei raus! Nix von Hardcore zu hören und auch Derricks Gesang kann sich mit dem des damaligen Maxe messen. In die gleiche Kerbe schlägt das etwas fixere „Relentless“, auch wenn hier betont im Midtempo gerifft wird. Dass Iggor da nicht am Kit sitzt, hört man nicht die Bohne, da wird sich Roy Z die „Chaos A.D.“ wohl nochmal gaaanz genau angehört haben im Vorfeld. Gut, bei den geilen Soli von Andreas Kisser fehlt halt die Rhythmus-Klampfe im Hintergrund, wodurch etwas Druck verloren geht, kann man mit PANTERA vergleichen. Mit „2011“ erklingt eins von vier kurzen Instrumentals, bevor das nächste Fragezeichen kommt: Wieso zur Hölle verbrät man so früh auf der Scheibe mit „Just One Fix“ eine Coverversion (MINISTRY)??? Nicht schlecht, kommt aber beileibe nicht an den viehischen Drive des Originals heran. Als Bonustrack vom Digi oder als Single-B-Seite hätte man das doch auch verwenden können, hätte vollkommen gereicht! So bleibt der Fade Beigeschmack, dass man entweder auf Biegen und Brechen einen Tanztempelhit landen will oder nicht genügend eigenes Material am Start hat. Mit dem vertrackten „Dialog“ riffen die Brasilianer weiter im Midtempo, starker Endpart in einem ansonsten zu wirren Song. Da legt man mit dem losknüppelnden „Mask“ doch ein ganz anderes Kaliber vor, das treibende Riffing/ Drumming schrammelt erneut nahezu auf dem Niveau der 93er-Scheibe. Der mit Abstand schnellste Song bisher. Nach dem Zwischeninstrumental „1433“ geht‘s auch bei „Seethe“ schnell zur Sache, „Born Strong“ könnte sich zu einem kommenden Hit entwickeln. Absolut klassisch SEPULTURA und einer der stärksten Songs der Green-Ära! Damit kann man sogar gegen „Territory“ anstinken! Geile Vollgranate! „Embrace the Storm“ ist ein weiterer Groove-Thrasher, nach dem Instrumental „5772“ wird richtig oldschool gethrasht mit „No One will Stand“! „Beneath the Remains“ lässt grüßen! Schnellster Thrasher seit Urzeiten! Und mit dem geilen Tribal-Industrialmonster „Structure Violence (Azzes)“(MINISTRY/ GODFLESH/ FEAR FACTORY lassen grüßen) bietet man auch den Fans der 90er-Experimentalklänge ein starkes Stück, dass sich vor jenen der „Jungle-Alben“ nicht verstecken braucht. Hier kommen dann auch die französischen Percussionisten „Les Tambours du Bronx“ zum Einsatz, die aus 16 Trommlern bestehen, welche mit Axtstilen auf 225 Ölfässern rumhämmern! Beeindruckender Sound. Mit dem kurzen Instrumental „4648“ beschließt man diese erstaunlich starke Platte, mit der SEPULTURA sich so präsentieren, wie man es bis Mitte der 90er von ihnen gewohnt war. Es dominiert der seinerzeit auf „Chaos A.D.“ perfektionierte Groove-Thrash, von dem man nach Greens Einstieg ja abgekommen war und meist zu viel Hardcore beimengte.

Auf dem schicken Digi-Pack gibt es noch 2 Bonustracks: „Firestarter“ von THE PRODIGY(!), das als Bonus gut funktioniert und „Point of no Return“, ein starker Groove-Thrasher, den man statt „Spectrum“ oder „Dialog“ aufs reguläre Album hätte packen sollen!

Eeeendlich: Sound passt, Songwriting passt! Trotz kleiner Schwächen knallt das Teil durchgehend und zum ersten Mal seit 1996 höre ich mir eine SEPULTURA-Scheibe wieder gerne und mit Begeisterung von Anfang bis Ende an! „Beneath the Remains“- oder „Arise“-Geknüppel wird es natürlich nicht mehr geben, aber auch dort wurde ja nicht durchgehend geholzt. Eine enorm starke Fortsetzung des 90er-„Chaos A.D.“/ „Roots“-Sounds ist den Brasilianern mit „Kairos“ dennoch gelungen, womit man etliche Altfans zurückgewinnen wird.

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