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SERJ TANKIAN - Harakiri

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Artist SERJ TANKIAN
Title Harakiri
Homepage SERJ TANKIAN
Label REPRISE RECORDS/ WARNER
Leserbewertung
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3.2/10 (28 Bewertungen)

SERJ TANKIAN – SYSTEM OF A DOWN-Fronter – Multi-Instrumentalist – Sprachjongleur – streitbares Enfant Terrible. Einige Etiketten für den armenisch-amerikanischen „Hybriden“, der nunmehr sein drittes Solo-Werk auf den Markt bringt, prophetisch (?!) „Harakiri“ benannt. Künstlerisch mag das wohl kaum der Fall sein, zu oft schon hat der Herr mit dem Faible für außergewöhnlichen Bartwuchs schon seine Klasse unter Beweis gestellt. Und wenn ihn selbst möglicherweise die Frage langweilen dürfte, so ist es doch immer wieder interessant zu wissen, wie nah er dem Sound seiner „Stammband“ kommt.

(Hard) Rock statt Metal, nicht so eklatante Dynamikwechsel, aber immer noch jede Menge Emotion und Pathos, die Quintessenz gibt es heute vorab. Und im Vergleich zum Vorgänger „Imperfect Harmonies“ wurde zumindest in Teilen wieder eine ordentliche Schippe Härte draufgelegt. Die Single „Figure it out“ z.B. prescht im speedigen Uptempo voran, die bis hin zur Doublebass mutiert. Wirkt recht old school, und mich würde es nicht wundern, wenn der Serj auch eine heimliche Vorliebe für die alten SCORPIONS hätte. Das folgende „Ching Chime“ verwebt auf gelungene Art und Weise orientalische Klänge mit der verspielten, oft recht „hoch“ eingesetzten Stimme. „Butterfly“ erinnert dann am ehesten an SOAD, dafür sorgen die ordentliche Grundhärte und die abgehackten Parts. In der zweiten Hälfte wird es etwas ruhiger, „Deafening Silence“ beispielsweise wird mit dezenten Elektro-Spielereien unterfüttert, dazu erfährt Herr Tankian die stimmliche Unterstützung einer Dame. Für mich das emotionale Highlight der Platte: „Forget me knot“, das mit einem wunderschönen, melancholischen Refrain aufwartet. Bevor das alles dann eventuell zu gefühlsduselig wird, brät einem das hektische „Uneducated Democracy“ dann noch mal die Metal-Keule vor den Latz.

Die ganz großen Überraschungen bleiben mittlerweile aus, dafür ist SERJ TANKIAN auch einfach zu lange am Markt. Viele Melodielinien klingen vertraut und dennoch ist dem Mann auch mit „Harakiri“ wieder ein Volltreffer gelungen, vor allem weil er das Songwriting (einiges ist dieses Mal am iPad entstanden) noch mehr in den Vordergrund stellt und deutlich weniger auf den Effekt hin arbeitet. Es muss nicht immer das absolute Chaos sein, auch Eingängigkeit besitzt im Kontext von systemkritischer, überaus intelligenter Lyrik einen nicht zu unterschätzenden Reiz. In Verbindung mit der prägnanten, wandelbaren Stimme entsteht hier ein Rock-Album, das perfekt auf dem schmalen Grat von „Art“ und „Entertainment“ balanciert!

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