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SERUM 114 - Kopfüber ins Nichts

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Artist SERUM 114
Title Kopfüber ins Nichts
Homepage SERUM 114
Label JUNGE DEIN LABEL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (2 Bewertungen)

SERUM 114 kommen aus Frankfurt und machen auch im achten Jahr des Bandbestehens deutschsprachigen Punkrock. „Kopfüber ins Nichts“ ist der sechste Studio-Output der Hessen, die inzwischen über 400 Konzerte in sechs Ländern gespielt haben.

Vielleicht haben sich die vier Herren ob dieser Internationalität auch in ihrem instrumentalen Opener „Feuertrunken“ der Europahymne („An die Freude“ von Ludwig van Beethoven) angenommen, bevor mit „Wir müssen weiter gehen“ richtig durchgestartet wird. SOCIAL DISTORTION kommen mir kurz in den Sinn und natürlich darf auch gern mitgegrölt werden. Auch beim sich anschließenden Titeltrack „Kopfüber ins Nichts“, der amtlich groovt, ehe „Weil ich kann“ mit viel Tempo übernimmt. „Was könnte aus mir werden“ und „Verlieren heißt“ bringt wie erwartet viel Punk-Attitüde mit, während „Illegale Fans“ bei den Hip-Hop-Kollegen von DEICHKIND ausgeliehen wurde. Natürlich hat die Nummer bei SERUM 114 einen knackigen Punk-Anstrich bekommen, der durchaus zu gefallen weiß. Nicht ganz ins Bild passen derweil die Country-Sounds von „Sag nicht ich habe den Glauben verloren“, aber die Huldigung an Schnaps & Co macht sich als Trinklied dann wieder ganz gut zwischen den übrigen Tracks. Genannt seinen an dieser Stelle noch die straighten Songs „Ich bin zurück“, „Alles wird gut“ und „Was und verbindet, wofür wir stehen“, während „Die Jahre vergehen“ als melancholische Halb-Ballade daherkommt. Etwas leisere Töne schlägt auch „Niemals einfach so“ an, wohingegen das abschließende „Ich mag dich nicht“ eine Art krachendes Spaßlied ist, das verzichtbar gewesen wäre, aber nach ein paar Bierchen vermutlich die Stimmung hebt.

Deutschrock ist ja so eine Sache. Häufig laden die Texte schlicht zum Fremdschämen ein oder man muss sich ernsthafte Gedanken um die Gesinnung der jeweiligen Kapellen machen. SERUM 114 sind da eine löbliche Ausnahme. Sie distanzieren sich ganz klar von rechten Parolen und Fremdenhass. Wenn dann mal ein Song nicht die gewünschte Schärfe mitbringt, ist das zu verzeihen, wobei insgesamt etwas mehr Sozialkritik nicht geschadet hätte. Übrigens stammt der Bandname aus dem Stanley-Kubrick-Film „Clockwork Orange“. „Serum 114“ war da ein chemisches Mittel, das aus Kriminellen und Psychopathen gute Bürger machen sollte. Hat im Film nicht geklappt und wird wohl auch bei Esche (Gesang & Gitarre), Thorsten Glatte (Gitarre), Nils Lang (Drums) und Markus Stein (Bass) nicht hinhauen.

1 Kommentar

  1. stiller_teilaber sagt:

    Sorry, aber die hier versuchte politische Positionierung bzw. Distanzierung ist einfach nur absolut unglaubwürdig. Tourneen mit Freiwild und auf der GOND (Größte Onkelz Nacht Deutschlands) spielen und dann was von wegen „gegen rechte Parolen“ erzählen – wer’s glaubt wird seelig!

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