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SETH LAKEMAN - Hearts & Minds

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Artist SETH LAKEMAN
Title Hearts & Minds
Homepage SETH LAKEMAN
Label INDIA RECORDS
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Folk ist dieser Tage stark im Kommen. Das beweisen Acts wie MUMFORD & SONS, NOAH & THE WHALE oder auch LAURA MARLING. SETH LAKEMAN, dessen Eltern im beschaulichen Dartmoor einen florierenden Folk-Club betrieben, ist mit dieser Musik aufgewachsen und bereits seit Jahren mit seiner Violine in Sachen Folk unterwegs. Jetzt erblickt sein fünfter Longplayer „Hearts And Minds“ das Licht der Plattenläden und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Scheibe nicht dazu beitrüge, die Folk-Popularität noch zu steigern.

Gleich der eröffnende Titeltrack, der sich mit den Auswirkungen der Finanzkrise beschäftigt, gefällt nicht nur mit intensivem Gefiedel, sondern detailverliebten Arrangements, die den Sound umgehend in Ohr und Bein verfrachten. Auch das rhythmusbetonte „The Watchman“ thematisiert wie das knackige „Hard Working Man“ die wirtschaftlichen Notlagen der arbeitenden Bevölkerung, während die Singleauskopplung „Tiny World“ ein putzmunteres Liebeslied voller kleiner Geigen-Luftsprünge und einem unwiderstehlichen Mitsing-Refrain ist. Mit „Spinning Days“ – einem eindringlichen Lamento auf gefallene Soldaten – geht es mit staubtrockenen Gitarrenspiel weiter, ehe „See Them Dance“ wieder an die Fiedel abgibt und gute Laune verbreitet. Die Geige dominiert auch „Stepping Over You“, hier stehen jedoch ruhigere Töne im Vordergrund, bis „Changes“ mit seinem gespenstischen Basslauf das Sagen übernimmt. Beachtenswert ist hier zudem Seth Pizzicato-Spiel auf der Violine und sein beschwörender Gesang. Alles in allem die reduzierteste Nummer, die ungemein hypnotisch wirkt. Derweil klingt „Tender Traveller“ wie ein traditioneller Folksong, der ein wenig rockige Modernisierung erfahren hat, während beim „Preacher’S Ghost“ mit countryesken Versatzstücken eine mystisch-mythische Geschichte aus dem 19. Jahrhundert nacherzählt wird. Im großen Finale empfängt SETH LAKEMAN seine Zuhörer mit „The Circle Grows“ und einem düsteren Unterton, der den ruhigen Vertreter auf der Zielgeraden begleitet.

War der Vorgänger Poor Man’s Heaven“ sehr rock- und rhythmusbetont, zeigt Lakeman auf „Hearts And Minds“ eine deutlich breitere Palette musikalischer Möglichkeiten. Immer dabei natürlich die Geige, aber nicht zuletzt dank der spielfreudigen Begleitband besticht Album No. 5 mit neuen Klangstrukturen und Songtexten, die weit über das hinausgehen, was man üblicherweise mit Folk in Verbindung bringt. Klasse!

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