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SEVERIN BESTOMBES VOM HORSE GORE CLUB - Auszug und Abgesang

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Artist SEVERIN BESTOMBES VOM HORSE GORE CLUB
Title Auszug und Abgesang
Homepage SEVERIN BESTOMBES VOM HORSE GORE CLUB
Label PUNCH RECORDS
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BOHREN & DER CLUB OF GORE? Nein, das hier ist SEVERIN BESTOMBES VOM HORSE GORE CLUB! Doch wer ist Severin Bestombes? „Nur“ ein weiteres Pseudonym des Wiener Aktionskünstlers Jürgen Weber, gemeinhin als Teil von NOVY SVET bekannt. Unter diesem freakigen Titel lebt er seine individuellen musikalischen Phantasien aus, und dass die nicht gerade mainstreamig klingen dürften, kann sich jeder lebhaft vorstellen, welcher der Szene mächtig ist. Auch das italienische Label Punch Records ist ja für außergewöhnliche Klangkunst bekannt. Veröffentlicht wird das gute Stück als 12inch Special Vinyl, limitiert auf 333 Stück (110 blaue, 223 grüne Ausgaben) und die guten Teile leuchten im Dunkeln, man kann sie also zur Not auf dem Nachttisch drapieren, wenn einem der Sound nicht gefällt, was durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

2 Tracks mit insgesamt 38 Minuten Spielzeit fördern Experimentelles hervor, man könnte es auch Avantgarde nennen. Schräge Pianoklänge, Ambient, Geräusche, Spieluhren, Trommelwirbel, Verzerrtes… Joseph Beuys für die Ohren (Lichttaufe nennt es „Art Bruit“), könnte aber auch ein Dreijähriger verzapft haben, den man ein Wochenende lang in einem Musikinstrument-Laden eingesperrt hat. Ich musste immer wieder an den Score zu „Tanz der Teufel“ denken: Wenn die Bank vor der Hütte immer wieder gegen das Holz schlägt, wenn die Dämonen im Wald aus jedem Zweig hervorzulugen scheinen, wenn die Bedrohung im Haus omnipräsent wird und der alte Kassettenrekorder Geräusche der Verdammnis ausspuckt. Im zweiten Drittel des ersten Tracks bahnt sich sogar etwas wie Struktur aus dem Äther, eine Art perfider Marschmusik, bevor eine Bigband für einen kurzen Moment Heiterkeit verströmt, auch eine Parallele zum Abspann von „Evil Dead“. Wahrscheinlich saß der gute Jürgen in genauso einer (katalanischen) Holzhütte, als er seine inneren Dämonen mit pittoresken Tonbandaufnahmen bekämpfte, dazu vielleicht ein Gläschen Absinth.

Keine Ahnung, welche Drogen man nehmen muss, um so etwas zu fabrizieren, ist auch ganz sicher nicht in Kategorien wie „gut“ oder „schlecht“ messbar. Schrägsammler werden das Teil schon haben, ich denke nicht, dass ich mir das Ganze irgendwann noch einmal reinziehen werde. Sogar für mich zu subkulturell…

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