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SEX SLAVES - Call of the Wild

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Artist SEX SLAVES
Title Call of the Wild
Homepage SEX SLAVES
Label RADIO 229 MUSIC
Leserbewertung
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2.9/10 (8 Bewertungen)

Die New Yorker SEX SLAVES werfen dieser Tage ihr bereits viertes Studioalbum in Eigenregie auf den Markt und treten damit den Beweis an, dass man nicht unbedingt ein finanzkräftiges Label im Rücken braucht, um langfristig als Band bestehen zu können. Und solange sie Alben wie das hier vorliegende „Call Of The Wild“ veröffentlichen, sollte die Reise für die SEX SLAVES noch lange nicht zu Ende sein.

„W.T.F.R.U.“ fragen sie denn auch gleich zu Beginn und stellen sich im selben Atemzug auch ganz artig selbst dem womöglich unwissenden Hörer vor. Und das tun sie mit Nachdruck und einer gehörigen Portion Rotzigkeit, ganz wie die BACKYARD BABIES, möchte man fast meinen. „Lose That Dress“ kommt dann mit einem fluffigen und in die Hüfte gehenden Crossover-Appeal um die Ecke und das darauf folgende „Burning Bridges“ glänzt mit einem Melodic Metal-Refrain, wie frisch aus den Achtzigern importiert. Überhaupt hat man schon nach drei Songs den Eindruck, dass bei den SEX SLAVES so einiges an Einflüssen in die Musik eingeht. So weit, so gut und gar nicht so selten heutzutage, nach vielen Dekaden harter Rockmusik-Geschichte. Das schöne ist, dass unsere drei New Yorker hier all den schönen Sachen, die sie verwursten, einen eigenen Anstrich verpassen. Und dieser Anstrich besteht im Wesentlichen aus purem Dreck. Kommen eben von der Straße, die Jungs. Glücklicherweise erstreckt sich die gepflegte Rotzigkeit nur auf das Songwriting. Spielerisch und auch produktionstechnisch ist man über jeden Zweifel erhaben. Da stimmt schon jeder Ton (und man benutzt durchaus mehr als nur drei davon) und der gut geerdete Sound wummert auch ordentlich aus den Boxen, wie sich das gehört. Das regt dann dauerhaft zum anerkennenden Kopfnicken an und man ertappt sich dabei, wie man unwillkürlich eine poserhaftige Schmollschnute zieht und das vor einem stehende Notebook zum Titelsong „Call Of The Wild“ mit der BILLY IDOL-Faust bedroht. Was man dann beim leichtfüßigen „Get In Line“ mit einem grinsenden Kopfschütteln quittiert und sich zum beinahe an die BEASTIE BOYS erinnernden „Rock & Roll Band“ verschämt die Kapuze aufsetzt. Macht eben richtig Spaß, das Scheibchen, und zwar von der ersten bis zur letzten Minute, in der man dann das Gefühl hat, in den letzten xx Minuten sowohl WARRIOR SOUL und die FOO FIGHTERS als auch TWISTED SISTER und MÖTLEY CRÜE gehört zu haben. Wenn es nicht so wunderbar schmutzig wäre, könnte man es direkt als Glam bezeichnen.

Also kurzum: SEX SLAVES erfinden das Rock n’ Roll-Rad auch auf „Call Of The Wild“ nicht neu, drehen aber sehr kompetent ihre Runden auf dem bestehenden. „Cool Ride“. „I Swear“.

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