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SHALOSH - The Bell Garden

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Artist SHALOSH
Title The Bell Garden
Homepage SHALOSH
Label KONTOR NEW MEDIA
Leserbewertung
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Da sind sie wieder – die Momente, in denen mein Chefredakteur Humor beweist und mir eine „rohe“ Jazz-CD zukommen lässt. Ich „tummele“ mich zwar im Blues und dort sind auch Jazz-Anleihen vertreten, aber von urtümlichem Jazz ist das doch noch ein gutes Stück entfernt. Ich betone das direkt am Anfang, ehe vielleicht ein Connaisseur dieser Musik etwas auszusetzen hat an diesen Zeilen. Nun aber zum Album der New Yorker SHALOSH.

Wie eingangs erwähnt handelt es sich um ein – in meinen Augen – recht klassisches Jazz-Werk ohne jedweden Gesang. Und genau das macht mir den Einstieg in diese Musik nicht gerade leicht. Schon beim Opener „Computer crash“ tue ich mich schwer. Die teils wilden Tempowechsel und Melodien, die manchmal nur schwer zu einander finden, stehen im Widerspruch zu den tollen Pianoläufen, die sich im Übrigen durch das gesamte Album ziehen. Speziell die wilden Momente im ersten Song nach ca. 2:30 sind für mich nur schwer verdaulich. Was mir jedoch wiederum zusagte, ist das folgende „Jerusalem State of Mind“. Nicht ganz so wild wie der Vorgänger, aber eben mit jenen melodischen Pianoläufen. Ein Highlight für mich (soweit ich das so nennen kann) ist „Leaving Maine“. Dieses Stück lebt durch wirklich wunderbare Arbeit an den Tasten und final eine gekonnte Darbietung am Schlagzeug. Da bleibt die Melodie im Ohr hängen und so ein gewisses Gefühl, dass wohl jeder kennt, der von zu Hause ausgezogen ist – diese Mischung aus Freude und Unbehagen, da man nicht genau weiß, was auf einen zukommt. Und genau dieser Transport von Emotionen fällt mir persönlich stark bei diesem Werk auf. Denn man kann von Jazz halten, was man will – gut gemacht ist er wohl neben dem Blues das wunderbarste Mittel, Gefühle zu transportieren. Und genau das verstehen die New Yorker auch. Man höre sich nur das schwermütige und beinahe dramatische „Elephant“ an, das tieftraurige „Get gone“ oder das dynamische „Sandy“ mit seinen Höhen und Tiefen. Klanglich kann ich an dieser Stelle auch nur Gutes berichten. Der Sound ist transparent und passend zum Stil der Musik.

Was soll ich nun zum Schluss noch sagen? Ich habe mir den Kopf zerbrochen, wie ich hier eine objektive Kritik schreiben kann. Schlussendlich denke ich, dass jeder Anhänger dieser Art von Musik hier mal ein Ohr riskieren sollte. Hörer, die einen sanfteren Einstieg in den Jazz suchen, können ruhig auch mal lauschen. Denn ganz subjektiv denke ich, dass diese Jungs etwas von ihrem Handwerk verstehen.

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