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SHE-MALE TROUBLE - Off The Hook

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Artist SHE-MALE TROUBLE
Title Off The Hook
Homepage SHE-MALE TROUBLE
Label XNO
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Im Jahre 2000 aus den Trümmern der ehemaligen All-Girl-Band FEMALE TROUBLE entstanden bringen die vier Herren um Frontfrau Carol La Rock nach drei Jahren ihren zweiten Longplayer in die Läden. Hatten die Berliner in den letzten Jahren ihre Zeit überwiegend auf den Bühnen dieser Welt verbracht (neben Auftritten in unzähligen kleinen Punkbuden auch größere Gigs auf dem Hurricane/ Southside, dem Woodstock Festival im polnischen Kostrzyn mit ca. 400.000 Besuchern und Touren mit teutonischen, spanischen und amerikanischen Kumpelkapellen), war es mal wieder an der Zeit für einen Studio-Stop.

Das Ergebnis „Off The Hook“ umfasst 13 neue Punk ’N’ Roll-Stücke der rotzigen Art. Wie immer dreckig vorgetragen von Fräulein La Rock, die stimmlich ein wenig an die DOVER- Schwestern Cristina und Amparo Llanos erinnert. Auch vom Sound her sind Parallelen zu den Spaniern auszumachen. Kein Wunder, dass DOVER sich die Hauptstädter mit in den Tourbus holten. Qualitativ bleiben SHE-MALE TROUBLE eine Idee hinter DOVER zurück. Die Songs sind durchweg solide gemacht, jedoch fehlt hier und da ein wenig die eigene Duftmarke, die der Musik eine gewisse Unverwechselbarkeit gibt. Geboten wird aber munter gespielter Punk Rock, zu dem Carol La Rocks verrauchte Stimme wunderbar passt, doch könnten die einzelnen Tracks etwas mehr Abwechslung vertragen. Das hohe Tempo wird bis „I Never Forget“ beibehalten, dann gönnt sich das Quintett auch mal eine kleine Verschnaufpause und beweist dem Zuhörer, dass sie sich auch auf etwas ruhigere Töne verstehen, ohne in Langeweile zu versinken. Zweifelsohne liegen ihnen die schnellen, schweißtreibenden Sachen mehr und so geht es mit „There’ll Be No One Clappin’ Hands At The End Of The Play“ wieder in die Vollen. Bei „My Sweetest Enemy“ scheinen SHE-MALE TROULE auf der Flucht vor besagtem Feind zu sein, so zackig prügeln sie durch den Song. Versöhnliche Töne verspricht „Don’t You“, das sanft beginnt und sich dann zu einem Gitarren-Schlagzeug-Crescendo aufschwingt. “One By One“ bringt den Bass noch einmal in den Vordergrund, der übrigens von Torsten „Torturo Negro“ nicht wie üblich mit einem Nylon- oder Plastik-Plektum gespielt wird. Nein, der Herr verwendet ein Stahlplektrum! Zum Abschluss gewinnt der Rock ’N’ Roll die Oberhand über den Punk. „Invisible Friend“ jongliert mit Elementen des Südstaaten-Blues-Rock und bringt endlich etwas von der vermissten Abwechslung.

Trotz aller Kritik ist die Scheibe absolut hörenswert. Vielleicht hätten SHE-MALE TROUBLE die ausgetretenen Pfade des PNRs hier und da verlassen und ein wenig mehr rechts und links vom Weg schauen sollen. Aber das ist Geschmackssache und wer DOVER mag, sollte den Berlinern auch eine Chance geben.

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