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SHEARWATER - Fellow Travelers

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Artist SHEARWATER
Title Fellow Travelers
Homepage SHEARWATER
Label SUB POP
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Auch ne Idee: Warum nicht mal einfach die Bands covern, mit denen man auf Tour war? Dachte sich zumindest Jonathan Meiburg, der Kopf der texanischen Indie-Kapelle SHEARWATER und machte sich mit seiner Band ans Werk. Das Ergebnis hört auf den Namen „Fellow Travelers“ und haucht den Songs von COLDPLAY, XIU XIU, ST. VINCENT, WYE OAK, JESCA HOOP, FOLK IMPLOSION, DAVID T. BROUGHTON, CLINIC und THE BAPTIST GENERALS neues Leben ein. Der besondere Clou daran: Meiburg hat gleich auch noch alle betroffenen Künstler eingeladen, selbst auf der Platte mitzuwirken – mit der kleinen Einschränkung, dass sie natürlich nicht ihre eigenen Songs covern dürfen.

So kommt es, dass Chris von THE BAPTIST GENERALS  die CLINIC-Nummer „Tomorrow“ mit einem stampfenden Rock-Sound versehen hat, während CLINIC im Gegenzug „Fucked Up Life“ von den GENERALS mit Drum-Machines, Radiosignalen und Orgel aufgemischt haben. Oder „Natur One“ – im Original von FOLK IMPLOSION – jetzt mit dem Gesang von Jenn Wasner (WYE OAK) daherkommt. Bei „Ambiguity“ sind es die Harfenklänge von Elaine Barber, die es auch bei „I Luv The Valley Oh!!“ zu hören gibt – ebenso wie Straßenbaugeräusche aus Korea und Vogelstimmen von den Falklandinseln. Beides im Übrigen per Datenleitung von DAVID THOMAS BROUGHTON nach Austin geschickt. ST. VINCENTs „Cheerleader“ nimmt sich da vergleichsweise unspektakulär aus, ist aber ebenso wie der Opener „Our Only Sun“ solide Rock-Mucke mit viel Tiefgang. „Hearts Like Heaven“ klingt auch ohne Pathos-Papst Chris Martin irgendwie nach COLDPLAY, ein Umstand, der jedoch nicht weiter schlimm ist. Zum Ausgleich gibt es mit „A Wake For The Minotaur“ auf das Wesentliche reduzierte Kost, die mit Miss Sharon van Etten am zweiten Mikro gereicht wird. „Mary Is Mary“ ist ein weiterer Gänsehaut-Garant in Slow Motion, für den ursprünglich WYE OAK verantwortlich zeichneten und bei dem jetzt JESCA HOOP mit von der Partie ist.

Eigentlich sollte „Fellow Travelers” nur eine EP zwischen dem 2012er „Animal Joy“ und dem nächsten Album werden. Dass es dann doch insgesamt zehn Lieder waren, die mit frischen Melodien eine ungeahnte Intensität verbreiten, schadet allerdings keinesfalls. Ein interessantes Projekt, das auf jeden Fall als geglückt bezeichnet werden kann!

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