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SHEARWATER - Jet Plane And Oxbow

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Artist SHEARWATER
Title Jet Plane And Oxbow
Homepage SHEARWATER
Label SUB POP
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Zählt man die 2013er-EP „Fellow Travelers“ mit ihren zehn Covern mit, ist „Jet Plane And Oxbow“ das achte Album von SHEARWATER. Die Indie-Rock-Kapelle aus Austin/Texas wurde 2001 von Jonathan Meiburg und Will Sheff (OKKERVIL RIVER) gegründet und dass Mr. Meiburg mal Ornithologie studiert hat, schlägt sich eindeutig im Bandnamen nieder, denn im Englischen beizeichnet man den Großen Sturmtaucher als „Great Shearwater“. Soweit die Hard-Facts und jetzt zur Musik der Herren.

Los geht’s mit den zunächst sphärisch anmutenden Klängen des Openers „Prime“, der im Laufe des Vortrages an Intensität und Ausdrucksstärke zunimmt. Dazu trägt in gewohnter Weise Jonathans einnehmende Stimme bei, aber auch an den Instrumenten versteht man sein Handwerk und das Songwriting erweist sich bereits mit dem nachfolgenden „Quiet Americans“ als sehr abwechslungsreich und harmonisch. Die single-taugliche Nummer macht unaufgeregt Druck, bringt Temperament mit und lädt zugleich zum Tanzen ein, was in ähnlicher Ausprägung für das hämmernde „A Long Time Away“ gilt, auf das mit „Backchannels“ rhythmusbetonter Tiefgang folgt, der in seiner überbordenden Schönheit direkt zu Herzen geht. In Sachen Rhythmik legen die Texaner dank des überraschenden „Filaments“ noch ne Schüppe drauf: hier geht’s im krautigen Motorik-Beat zur Sache, bevor das eingängige „Pale Kings“ folk-rockige Schattierungen aufweist, die ebenso in einen kleinen Pub passen wie ins große Stadion. Leisere Töne schlägt derweil das eindringliche „Only Child“, gleichzeitig bleibt aber auch dieses Stück den großen Gesten verbunden, die man in dieser Qualität und Quantität von SHEARWATER in vergangenen Tagen sicher nicht kannte. Gleichwohl weiß auch diese musikalische Neuausrichtung zu gefallen; etwa in Form des entspannten „Glass Bones“ oder mitsamt des monumentalen „Wildlife in America“. Der Titel „Radio Silence“ scheint ein Widerspruch in sich zu sein; tatsächlich geht es in dem Lied auch alles andere als leise zu. Vielmehr drängt es die Combo erneut straight nach vorn. Die Gitarren dürfen sogar ein wenig ins Prog-Fach abdriften. Verkopft wird’s trotzdem nicht, sondern sehr schwungvoll, bevor auf der Zielgeraden „Stary Light At Clouds Hill“ für ein dunkel-schleppendes Finale sorgt.

Zweifellos ist „Jet Plane And Oxbow“ eines der ersten Highlights des noch jungen Jahres 2016. Im Februar gehen SHEARWATER mit ihrem jüngsten Baby auf Tour und werden für zwei Termine sogar nach Deutschland kommen. Die Berliner (10.02.2016) und Hamburger (12.02.2016) sollten schon mal ihre Kalender blocken!

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