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SHNARPH! - [:laut:]LOS!

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Artist SHNARPH!
Title [:laut:]LOS!
Homepage SHNARPH!
Label PRONOIZE/ DARK DIMENSIONS
Leserbewertung
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7.8/10 (16 Bewertungen)

„Ihr redet und atmet, aber letzte Nacht ward Ihr ohne Leben“. Na, wer erinnert sich noch an „Reden und Atmen“ von SHNARPH!? Fast vier Jahre ist es schon her, dass diese Nummer in den Clubs auf- und abgespielt wurde und auch die „Atmen“ EP schmückte. Vier Jahre, in denen Matthias Ewald und inzwischen auch Roland „Bob“ Jaeger offenbar ganz in Ruhe an neuem Material gearbeitet haben, welches sie nun auf dem mit einem auffälligen und gelungenen Covermotiv ausgestatteten „[:laut:]LOS!“ allseits präsentieren.

Clubverdächtig preschen auch die meisten der 11 neuen, überwiegend im Stile von „Der Liebe Tod“ oder „Er“ von der EP gehaltenen Stücke nach vorn. Soll heißen: ungemein stampfende Beats und druckvolle, teils brachiale Rhythmen bilden das Gerüst für schnörkel- und kompromisslose Mucke aus dem Electro-/ Industrial- und Technogenre, die lediglich von prägnanten, teils mäßig provokanten und zeitweise auch amüsanten Sprachsamples unterbrochen wird. Letzteres gilt allen voran für die beiden auffälligsten Songs „Der Eiertanz“ und „Die letzte Pussy“, denen Zitate aus einer Hitler-Parodie bzw. aus dem Film „Team America“ hinzugefügt wurden. Auch „Reden und Atmen“ in der soundmäßig aufgepeppten Album-Version lässt sich noch immer hören. Unterdessen erinnert „Albtraum“ in einigen Elementen eher ein wenig an FEINDFLUG und „Lebensangst“ ähnelt gleichermaßen „Reden und Atmen“ in der Originalversion. Letztendlich sind es also oftmals die gleichen Zutaten, die hier die Würze ausmachen (sollen), was in der Konsequenz die zweite Albumhälfte etwas weniger spektakulär erscheinen lässt. So kommen „Ausgebrannt“ und „Schnelle Kugel“ kaum über relativ monotones Bumm-Bumm hinaus. Erst „Eine tolle Predigt“ bringt SHNARPH! noch mal richtig auf Kurs.

In gewissem Sinne halten SHNARPH! also ihren Stil konsequent durch und verbleiben dabei auch auf einem recht gutem Niveau. Phasenweise zeigt sich lediglich, dass das Material auf Albumlänge hin und wieder etwas abstumpft und seine Qualität dann vielleicht überzeugender in den elektronischen Tanztempeln entfalten kann. Insofern ist es gar nicht mal schlecht, dass mit dem gemäßigten Einstieg „Von der Einsamkeit“ und zum Abschluss „Donnern im Tal“ (der Fortsetzung zu „Das Berghaus“) auch zwei ruhigere Titel auf „[:laut:]LOS!“ vertreten sind. Darüber hinaus sind auf der Erstauflage im Digipak auch noch drei ganz ordentliche Remixe zu dem stark technoiden „Virus“ zu finden, beigesteuert von SCHALLFAKTOR, RETRACTOR und SPLITTERPUPPE. Gelegenheit genug also, um sich shnarphisieren zu lassen…

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