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SIAMBOK - Liberación

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Artist SIAMBOK
Title Liberación
Homepage SIAMBOK
Label KICKINASS RECORDS
Leserbewertung
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6.6/10 (14 Bewertungen)

Im beschaulichen Tuttlingen im Südwesten der Repubik sind SIAMBOK zu Hause. Dort machen die vier Herrschaften seit 2002 zusammen Musik, nachdem Gitarrist Philipp Geigis und Sänger/ Gitarrist Julian Schädler ihren akustischen Balladen nichts mehr abgewinnen konnten und sich deshalb Claus-Peter Bensch am Bass und Holger Hechtle an den Drums ins Boot holten. Seither wird gemeinsam gerockt, anfangs mit an SILVERCHAIR erinnernden Grunge-Sounds, später wurden SIAMBOK progessiver, verbanden eingängige Melodien und Riffs mit komplexen Rhythmen und elektronischen Elementen.

So auch auf ihrer zweiten Langrille „Liberación“, die dank „Take It Out On Me“ mit krachenden Drums und jaulenden Gitarren startet. Leider nehmen SIAMBOK schon bald deutlich Tempo raus und verlegen sich stattdessen auf heftiges Gefrickel. Einzig: Selbiges mag nicht wirklich zu überzeugen. Die Platte bleibt im Ganzen eher blutleer und unentschlossen. Ganz eindeutig hat das Quartett vergeblich versucht, zu viele Einflüsse unter einen Hut zu bringen. Die elektronischen Versatzstücke von „Après Vous Le Déluge“ wirken eher störend, da der Drive zu sehr unter ihnen leidet. So dümpelt auch „It Is Mine“ jazzig-funkig-langweilig vor sich hin, weil die Mucke einfach nicht aus dem Quark kommt. Dabei bringt das psychedelische „Step Up, Sucker“ durchaus eine Menge Potenzial mit, doch um wirklich begeistern zu können, sollte Herr Schädler noch ein wenig an der Modulation seiner Stimme arbeiten. Die Vocals bleiben einfach zu häufig zu flach, beispielsweise beim Schmachter „The Loving World“, der abgesehen von ein paar gelungenen Hooks gepflegte Behäbigkeit offeriert. In verkopften Studentenkreisen mögen SIAMBOK mit ihrem beatlastigem Electro-Gegniedel a la „Dave“ punkten können, mir fehlt bei dem Track eindeutig der rote Faden. Überhaupt mixen SIAMBOK ihre Einflüsse arg unstrukturiert, weshalb „Plump Loco“ einfach nur hektisch wirkt und das akustische „I Don’t Think“ besser am Lagerfeuer aufgehoben wäre. Da fänden sich sicherlich auch weitere Mitklatscher, die später zu den Samples von „Crocodile“ den Dancefloor stürmen könnten. Beim finalen Langzeit-Jammen („At My Feet“ ist annähernd zwölf Minuten lang!) spielen sich SIAMBOK in tranceähnliche Zustände und mich in Ungeduld, denn irgendwann ist es echt gut gewesen.

„Liberación“ ist für meinen Geschmack weder Fisch und Fleisch. Dadurch bleiben hörenswerte Ansätze ungenutzt und man sucht vergeblich nach einem wirklich verbindenden Element, das die Songs eint und hilft, Spannung aufzubauen.

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