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SIEBETH - Trainingsjackensupervisorfreak

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Artist SIEBETH
Title Trainingsjackensupervisorfreak
Homepage SIEBETH
Label MIJODISCOUNT
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Schon ein komischer Typ dieser SIEBETH. Wahrscheinlich metrosexuell. Und musikalisch ein Chamäleon. Früher als Songwriter von PORNOMAT zu gewissen Ehren gekommen wandelt der Hamburger nun auf Solopfaden. Beziehungsweise schon seit 2002, damals erschien nämlich das Debüt „Einmal Accum und Zurück“. Das Faible für schräge Titel ist also geblieben, wobei Trainingsjacken natürlich perfekt zur aktuellen WM-Hysterie passen – die Welt zu Gast bei SIEBETH. Dabei ist seine Musik eher ruhig und introvertiert trotz der teils ironischen Dicke Hose-Lyrik. Im Grunde beschwingter Deutsch Pop zwischen Elektronik und Gitarren, zwischen Weltschmerz und Gegenwartsbeobachtung. Ein wenig Hamburger Schule ohne diese permanenten Schuldgefühle…

Es beginnt mit den sündigen „3 Minutes“, eine locker scharmante Liebeserklärung, zu der Miss Jessica im Schöfferhofen Weizen-Stil französisch herumhauchen darf. Ein kleiner naiv-netter Sommer Song. Darauf die Vorabsingle = Titeltrack (auch auf der TAZ-Compilation „Inter Deutschland“ vertreten), eine E-Gitarre quäkt perfekt zu SIEBETHs Fußballphantasien. „Keine Zeit“ nervt ein wenig im Refrain, dafür überzeugt das funkig-groovige „Eine Vision“ mit lässigen Rhythmen. Mit „Nur noch diesen Sommer“ präsentiert uns der Künstler seine sensible Seite, die immer mal wieder das vordergründige Machogetue bricht. Dass der Herr ein Meister der Ironie ist, wird spätestens bei „Auto-Tune“ mit eingeschobenem Hörspiel deutlich: Hier kritisiert er das Studiowesen, die Oberflächlichkeit der Produzenten, die Unfähigkeit unseres Pop-Nachwuchses in Zeiten von Castingshows und Besetzungscouch. Durch den eingesetzten Soundeffekt klingt der Titel beizeiten ein wenig nach EIFFEL 65. Nicht zu vergessen der akustische Hidden Track mit lyrischer „Falling Down“-Attitüde.

Beschwingt unprätentiöse Musik im Spannungsfeld von PETER LICHT und CHRISTIAN KREUZ, die überraschenderweise selten zu cool oder manieriert wirkt. Für ein deutschsprachiges Album schon eine gute Leistung, lässigen Flow mit ein wenig Gesellschaftskritik und feinen Sommermelodien zu verbinden. Die Trainingsjacke tanzte einen Sommer… mindestens!

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