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SIEGES EVEN - Playgrounds

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Artist SIEGES EVEN
Title Playgrounds
Homepage SIEGES EVEN
Label INSIDE OUT
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Live-Alben sind ja eine zweischneidige Sache: Meist dienen sie dazu, den Weihnachtsmarkt mit sinnlosen Releases zu überschütten oder sich kostengünstig aus einem bestehenden Vertrag zu lösen (Vier Alben! Keins mehr oder weniger!). Wenn eine Band aber schon seit über 20 Jahren und sieben VÖs eine feste Institution der deutschen Prog-Rock-Heavy-Szene ist und (zu Recht!) in einem Atemzug mit diversen Größen dieser Musik-Gattung genannt wird, dann darf man – durchaus wohlwollend – auf das vorliegende erste Live-Album namens „Playgrounds“ schauen!

Aber nach Betrachtung des Albums muss man dann doch wieder ein zweischneidiges Urteil ziehen: Denn auf der Haben-Seite sind ein trockener, präziser, relativ unbearbeiteter Sound (und natürlich gnadenlos perfektes Liedgut und Musiker) zu verzeichnen, während die Tracklist doch einiges vermissen lässt. So stammen die ersten beiden Tracks „When Alpha and Omega collide“ und „Tidal“ direkt vom letzten Album „Paramount“ (dort ebenfalls an gleicher Stelle platziert), auch „Iconic“, „Duende“ und „Paramount“ entstammen diesen Aufnahme-Sessions. „The lonely views of Condors“, “Unbreakable” und „The Weight“ sind dem 2005er Album „The art of navigating by the stars” entfleucht, bleiben also noch zwei Lieder, die den anderen Alben der Ausnahme-Band zuzuordnen sind. Diese Titel („The waking hours“ und „These empty places“) sind dem 91er Album “A Sense of change” entnommen, bleiben also ganze vier Alben völlig unberücksichtigt…

Auch wenn Sänger Arno Menses erst seit den letzten Alben das Mikro schwingt (und dadurch auch die Songauswahl quasi gerechtfertigt ist) gibt es für den Fan relativ wenig Neues zu entdecken. Es wäre doch interessant gewesen, wie der gute Mann den alten Klassikern einen neuen Twist verpasst hätte. Hier wäre doch tatsächlich mal ein Doppel-Album (oder eine erweiterte Special-Edition) angebracht gewesen, gerade InsideOut unterstützt doch gerne etwas voluminöser ausgefallenen Releases. Unumstritten ist: Die Horwarth-Brüder sind Ausnahme-Talente (Drummer Alex schaffte unter anderen für RHAPSODY an, während sein Bruder Oliver jahrelang BLIND GUARDIAN unterstützte), Gitarrist Markus Steffen beherrscht sein Instrument bis in das letzte Detail und Sänger Arno Menses verfügt über ein einschmeichelndes Organ. Die Songs sind fantastisch ausgearbeitet, sehr zugänglich und abwechslungsreich… Aber auf „Playgrounds“ dominieren nun einmal eher die ruhigeren (nichtsdestotrotz hervorragenden) Stücke der letzten beiden Alben.

Egal, denn was bleibt ist ein schönes, hervorragend produziertes Live-Album, das Fans sich gerne zur Erweiterung der Sammlung anschaffen sollten… Alle anderen greifen erst einmal zu den letzten beiden überragenden Studio-Alben und befassen sich anschließend mit der älteren Geschichte der Band!

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