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SILENT SCYTHE - Suffer in Silence

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Artist SILENT SCYTHE
Title Suffer in Silence
Homepage SILENT SCYTHE
Label KARMAGEDDON MEDIA
Leserbewertung
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Wenn Mut einen ausschlaggebenden Faktor für musikalische Qualität darstellt, gehört „Suffer in Silence“ zu den großen Alben in diesem Jahr. 10.000 Euro legte Tommi Djukin angeblich aus eigener Tasche aus, um die anfallenden Aufnahmekosten zu bezahlen, ohne einen Plattenvertrag in Aussicht zu haben und zu einem Zeitpunkt, da er die Musik eigentlich bereits an den Nagel hängen wollte. Erst das Zusammentreffen mit einigen begabten Musikern, dessen Fähigkeiten er schätzte und welche seine Ideen begeistert aufnahmen, führte in letzter Minute zu einem Meinungsumschwung. Man muss dem Schicksal nun auf den Knien danken für diese glückliche Fügung, denn was die aus ehemaligen Mitgliedern von Bands wie BRIMSTONE, CARNAL LUST und CRIMSON TIDE zusammengestellte Formation hier präsentiert, ist mehr als nur einer Randnotiz würdig.

Ein modernes Album wollten SILENT SCYTHE einspielen und genau das ist ihnen auch gelungen. Modern dabei sowohl im Sinne von „Auf der Höhe der Zeit“ und „Fett produziert“, als auch eklektisch, sich aus allen Töpfen bedienend und die besten Zutaten herauspickend. So ist es dann auch nur konsequent, wenn in bester LINKIN PARK-Manier zwei Frontmänner die stimmlichen Aufgaben übernehmen: Der fast alleinige Songwriter DJUKIN sorgt für die tieftönenden Growls, während der mittlerweile ausgestiegene Tobbe Jansson für Gesang, Gekreische und Geschrei zuständig ist. Es passt in das Bild einer in allen Belangen überragenden Truppe, dass letzterer diese nicht als die Abarbeitung eines lästigen Jobs, sondern als das Schüren des heiligen Feuers versteht. Vor allem dürften all diejenigen in Jansson einen neuen Freund finden, denen die schrillen Kopfstimmkapriziositäten der handelsüblichen Heulbojen-Sirenen ein wenig zu sehr die weibliche Seite im Mann ausleben. Hiermit ist dann auch gleich das Stichwort für die Instrumentalsektion gefallen, denn tatsächlich handelt es sich bei dem Material grundlegend um Power Metal der ersten Güteklasse und etwas härteren Gangart, wobei auch progressive und psychedelische Elemente Verwendung finden. So besteht das achtminütige „To each his own“ aus einer Reihe wiederkehrender Passagen, die durch systematische Verschiebung einen immer neuen Charakter gewinnen und führen einen die opiumrauchverhangenen Harmonies der Bridge des Titelstücks für einen kurzen Moment in einen Zustand der Halluzination. Doch auch die kurzen, prägnanten Kracher haben es in sich und ein Track wie „My only family“ vereint spielend einfach und dabei ganz spielerisch Traditionelles mit der emotionalen Dialektik des HardCore.

Hätte man jetzt die sich scheinbar auf die Scheibe verirrte Ballade „Feather“ zu hause gelassen: Ein perfekter Streich, jede Sekunde aufregend und intensiv, keinen Augenblick zu lang. Es ist bezeichnend für ein derartig vielseitiges Album, dass man es Anhängern verschiedenster Stile empfehlen möchte und dabei dennoch kein beliebiges Potpourri herausgekommen ist. Auch wenn Mut kein ausschlaggebender Faktor für musikalische Qualität darstellt: Eines der großen Alben in diesem Jahr.

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