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SILENTIVM - Sufferion – Hamartia of Prudence

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Artist SILENTIVM
Title Sufferion – Hamartia of Prudence
Homepage SILENTIVM
Label SPIKEFARM
Leserbewertung
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SILENTIVM – Das Schweigen, so könnte man eine CD natürlich auch innovativ füllen, aber die Finnen verfolgen zum Glück ein anderes Konzept. Gegründet wurde die Horde Ende 1995 aus den Überresten einer Kapelle namens FUNERAL, seitdem brachte man 2 vollständige CDs und eine EP heraus. „Altum“ aus dem Jahre 2001 habe ich als gut gespielte aber etwas gesichtslose Gothic Metal-Scheibe in Erinnerung, eine Beschreibung, die auf den neuesten Output sicher nicht zutrifft. Hier wagt man sich nämlich an etwas ganz besonderes: Die Vertonung einer selbst erdachten Geschichte über die Liebe im faustischen Umfeld. Antracone und Prudence wollen zueinander finden, werden aber durch diverse Versuchungen immer wieder auseinander getrieben, dunkle Mächte haben ihre Finger im Spiel.

Auf CD gepresst ergibt das folgendes (Ton-)Bild: Fast 70 Minuten Spielzeit, wobei sich Hörspielparts und „richtige“ Songs die ganze Zeit über abwechseln. Die 8 „Spoken Passages“ illustrieren immer weiter den Fortgang der Geschichte, und man muss besonders den exzellenten englischen Akzent der Sprecher loben. Wobei sich SILENTIVM zunächst mit einem herben Verlust auseinandersetzen mussten, denn die ehemalige Sängerin Tiina Lehvonen stieg nach der letzten Veröffentlichung aus. Mit der Ex-LULLACRY Frontfrau Tanya (aka Lilith) hat man aber adäquaten Ersatz gefunden. Damit ist schon klar, dass weiblicher Gesang eine große Rolle spielt, daneben gibt es aber auch wahlweise cleane (und entfernt an Garm erinnernde) oder raue männliche Vocals. Von den großen Landsmännern NIGHTWISH hat man sich übrigens Tuomas Holopainen als Produzenten und zusätzlichen Keyboarder an Bord geholt, der für fetten Sound sorgte. Wenn ich nun die eigentliche Musik beschreiben müsste (was ich ja muss) käme für mich die Bezeichnung Gothic Power Avantgarde Metal den Klängen am nächsten. Vage werden Erinnerungen an ULVERs „Themes from William Blake“ wach, allerdings transferiert in einen Gothic-Kontext. Bei „Wither in Silence“ wird sogar das Gaspedal mal richtig durchgetreten, die Sache hört sich dann irgendwie nach klassischem Speed Metal an.

Die Stärken des Albums sind gleichzeitig auch seine Schwächen. Idee und Ausführung sind zwar höchst lobenswert, aber wer wird sich mehr als 2 mal die Hörspielpassagen antun, welche den Soundfluss letztlich empfindlich stören. Da wird man also programmieren müssen. Ansonsten sei die CD jedem ans Herz gelegt, der pompösen Bombast zu schätzen weiß, im typisch finnischen Stil kompetent aufbereitet. Ich sage es mal so, ich mag Feiertage, aber es muss auch normale Tage dazwischen geben. Da höre ich mir dann eher straightere Kunst an…

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